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… Tag 15

Tag 15

Ich habe erst um 3 Uhr den vorletzten Blog fertig bekommen, man und jetzt ist es der letzte Tag gewesen, ich sitze nun gerade im Flieger und denke über das grandiosen Erlebnis ‚Lemmy goes to Santiago‘ nach … Es war schmerzhaft und unglaublich schön, weil man so viele unterschiedliche Menschen kennengelernt hat, einige nur kurz und ein paar sind durch viele gemeinsamen Pausen oder weil wir ein Stück zusammen den Weg gegangen sind oder die vielen gemeinsamen Essen … Sie werden mir fehlen. Es war eine Bereicherung, ich finde dafür gar keine Worte und wenn ich darüber nachdenke doch ein bisschen traurig und ich bin stolz auf mich das ich das so gut gemeistert habe, obwohl ich ab und zu gedachte habe: Lieber Gott warum lässt Du mich so über heiße Kohlen gehen …. so ein Gefühl war das, als nach und nach in den ersten Tagen, sich jeder Muskel sich einmal in den Vordergrund stellen musste, als wenn ich nicht wüsste, dass ich sie habe.
Was auch schön war alleine durch Wald und Flur, die Umgebung einmal ganz anderes erleben. Ich habe Flüsse und Bäche so klar, dass man bis auf den Grund schauen konnte, gesehen. Fische unterschiedlichster Größe, Frösche gaben ihre Konzerte, Grillen spielten ihr Violinkonzert, ok der ein oder andere Baueres Hund saß hinter dem Zaun und bellte jeden Pilger an … es wurden alle Sinne geschärft. Ich hoffe ich kann das noch länger behalten.

Ich habe noch in keinem Urlaub so gut abschalten können und einfach loslassen…

So ich bin so um kurz vor 8 Uhr wachgeworden, Beate war schon aufgebrochen zur deutschen Morgenmesse. Die wollte ich nicht verpassen und einmal kurz durchs Bad …. auf rasieren hatte ich Urlaub sowieso verzichtet … mal sehn,ob er dran bleibt.
Kam leider 5 Minuten zu spät und habe so die Fürbitte, die Michael vorgelesen hat nahezu verpasst. Es war voll in der kleinen Kirche in der Kathedrale. Es sind mehrerer kleine Kirchen in der Kathedrale. Ich habe hinten im Eingang gestanden, es war ein Deutscher Pastor mit schwäbischen Dialekt. Es war schön ihm zuzuhören, er hat davon gesprochen, das Santiago eine der freundlichsten Kirchen der Welt ist. Weil alle die hier ankommen so glücklich sind ihren Weg gemacht zu haben. Das stimmt, ich beobachte ja schon fast drei Tage die Menschen in Sanitiago – nahezu alle sind glücklich und wenn man jetzt in die Kathedrale geht und sich die Staturen, Bildnisse und selbst Jesu am Kreuz – keiner hat einen schmerzverzerrtem Blick oder gar traurig. Alle sind fröhlich oder neutral … es ist die fröhlichste Kirche der Welt.
Und wenn jetzt jeder diese Freundlichkeit mit nach Hause nimmt und diese dort weiterträgt dann ist die Welt wieder ein bisschen freundlicher. Ich versuche das mal…

Ich habe auch 8 Kerzen angezündet, es war für jeden eine dabei ….

Die Messe endete mit der Kommunion und wir begrüßten und sprachen mit Michael und Susanne kurz in der Kathedrale. Wir sind anschließend alleine um eine Kleinigkeit zu frühstücken. Ein kleine Kaffee bot Kaffee, Orangensaft und Spiegelei an … War schon mal ein guter Start. Aber ich freue mich schon wieder auf Brötchen vom Bäcker und vernünftiger Käse. Da wir bis 12 Uhr das Zimmer Räumen müssen, haben wir uns noch einmal frisch gemacht und unsere Sachen zusammen gepackt. Alles wieder rein in den Rucksack.

Und wir hatten noch eine Verabredung mit Himmel und Hölle, Griseldis und Denise aus Hamburg. Sie kamen von Finisterre zurück. Sie wollten in die 12 Uhr Messe und danach wollten wir zusammen etwas Essen. Wie erwartet die beiden, in einem Café Nähe des Jakobswegs aus Frankreich. Sie haben sich genauso gefreut wie wir. Es war immer ein riesiger Spaß mit den beiden, sie hatten uns einmal auch vorm verhungern mit einem Brötchen gerettet. Es war immer ein Spaß. Sie nannten uns immer ihren Schatten, weil wir immer an den gleichen Rastplätzen rasteten und sie immer vor uns aufgebrochen sind … unsere Vorhut. Wenn sie an einem Rastplatz nicht waren, dann war der auch nix.

Nach der Messe trafen die beiden in unserem Café ein, wir gingen zusammen durch die kleinen Gassen und sprachen über alle möglichen Pilger die uns die letzten zwei Wochen auch begleitet haben. Nach ein paar Souvenir Shops sind wir auch noch gestöbert, ich habe 2 Kacheln die den Weg nach Santiago ausgesucht, diese sollen ans Haus …

Als wir ein geeignetes Lokal zum Essen ausgemacht haben, gab’s eine Kleinigkeit, es waren bei mir auch wieder ein paar pimientos dabei, die sin echt lecker. Gestärkt ging es noch in eine Eisdiele. Wir haben die letzten Stunden richtig genossen. Es waren tolle Gespräche mit den beiden, es ging Gott und die Welt, es war wie jedes Treffen eine Freude. So nette Menschen, die sich auch in der gleichen Gefühls Situation des selben Ziels befinden, das macht den Weg dahin aus. Die beiden begleiteten uns noch zum Hotel, wo wir unser Gepäck ins Taxi gebracht wurde … es war ein herzlicher Abschied. Irgendwie werde ich das vermissen … das gibt es wohl nur wenn man da ist, Schade.

Ich bin mit gemischten Gefühlen nach Hause gefahren, zuerst war auch geplant noch die Nacht am Flughafen zu verbringen, aber ich fühlte mich noch sehr fit, das wir direkt nach der Landung uns auf den Heimweg gemacht haben. Es war kaum Verkehr und man konnte äußerst entspannt fahren.

Zuhause habe ich mich riesig gefreut‘, Leonie hat mit ein riesiges Willkommen Plakat gemalt, mit einer Karte von unserem Weg mit Tagespunkten aus meinem Blog und ein Tafel meiner Lieblingsschokolade. Schön so empfangen zu werden. Vielen Dank.

Nun das wars ….

Ich werde nach ein paar Tagen noch ein paar Zeilen hier schreiben. Es muss jetzt erstmal alles Sacken und verarbeitet werden.

Vielen Dank an alle die mich hier begleitet haben, auch für die vielen Kommentare und eMails.

Liebe Grüße

Lemmy

 

P.S.: Fotos werde ich separat nochmal einstellen.

… Tag 14

Tag 14

Ich habe heute ausgeschlafen und bin so auf 8 1/2 Stunden Schlaf gekommen. Ich glaube ich habe den Schlaf, den ich benötigte wohl nach geholt. Wir sind gestern insgesamt 34 km gelaufen, da wir uns ja noch die ganze Stadt, die Kathedrale und ein paar Sehenswürdigkeiten angeschaut haben. Das hatte ich schon vergessen zu schreiben, aber das war doch dem sehr emotionalen Tag gestern geschuldet.

Nun ich bin erst alleine ohne Frühstück los, Beate hat sich dem hervorragende Hotel Frühstück gewidmet, ich wollte noch einmal das ganz alleine für mich erleben. Ich bin einmal über den großen Platz der Kathedrale gelaufen und habe diese Stimmung praktisch erneut erlebt.

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Ich bin um die Kathedrale und habe mich in die Sonne gesetzt und mir einen Kaffee und einen frischen Orangensaft bestellt, leider gab es kein Frühstück. Aber die nette Bedienung bot mir zwei süße Mini Croissant an. Es war direkt in der warmen Morgensonne mit Blick auf die Treppen und einen riesigen Vorplatz, der früher, jetzt war er geplatzter, ein Pilger Friedhof war. Hier wurden alle Pilger beerdigt, die auf dem Weg nach Santiago gestorben sind. Es war schön alle zu beobachten, alle meist mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck. Nach dem Mini Frühstück bin ich noch einmal in die Kathedrale und habe den heiligen Jakobus umarmt. Ihn kann man über einen kleinen schmalen Zugang hinter dem Altar erreichen, er trägt einen güldenen Umhang mit bunten Steinen besetzt. Es ist eine kleine Stufe hinter ihm und man umarmt ihn von hinten. Das machen alle Pilger, die Santiago erreichen und sind nach dem erst angekommen, so heißt es.

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Danach traf ich mich mit Beate und wir setzten uns noch einmal in der gleiche Café in dem ich zuvor war, es war einfach ein schöner Ausblick von hier, ich hatte noch das iPad vom Zimmer geholt, weil ich vorher bemerkt hatte, dass mein Bericht vom 13. Tag nicht hochgeladen war, ich hatte Glück und das meiste war noch im Cache gespeichert und ich musste nur noch die Bilder dazu einfügen und erneut übertragen.

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Als wir die Treppen runter gingen trafen wir auf Susanne und Michael, ein Riesenhallo und wir sind dann zu einem Café, wo die Pilger aus dem französischen Pilger Pfad in die Stadt kommen, es war schön zu sehen, wie wir tiefen entspannt, beim Café und Bier saßen und die Pilger trafen teils ziemlich fertig oder befreit einlaufen. Einige schauten fragend umher, weil sie nicht wussten wo sie nun an der Kreuzung hin mussten. Von unserm Platz konnten wir einigen den Weg durch Handzeichen andeuten. Danach sind wir alleine noch ein bisschen durch die wunderschönen Gassen von Santiago gelaufen und haben noch einen Park mit einer Kirche besucht. Wir waren auch noch einmal in der Kathedrale, Beate musste auch noch Jakobus umarmen, ich habe es auch noch mal gemacht, doppelt hält besser.

Wir sind dann noch ein bisschen durch die Gassen gelaufen und haben noch ein paar Souvenirläden durch stöbert. Es gibt hier unendlich viel wie Santiago hier vermarktet wird. Wir haben uns mit Michael und Susanne zum Abendessen verabredet und wollten deshalb uns vorher noch ein bisschen im Hotelzimmer ausruhen. Auf dem Weg zurück trafen wir wieder auf Michael und Susanne, die zusammen mit Michael dem Juri, in einem Café saßen.

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Dabei hatten wir schon gedacht, dass wir Ihnen erst im Flieger zurück sehen würden. Da Michael sich schon mit weiteren Pilgern zum Abendessen verabredet hatte, beschlossen wir uns sich ihnen auch anzuschließen. Gesagt getan, nach kurzem Bierchen zusammen, habe wir uns doch noch ne Stunde ins Hotel zurück ziehenden können, ist doch auch ganz schön anstrengend ohne Rucksack durch eine Stadt zu laufen.

Es war auch heute ein wunderschöner Tag, man war zufrieden, angekommen zu sein. Alle Strapazen, Schmerzen waren auch schon fast vergessen, das einzige was daran erinnert ist der etwas komische Gang den ich noch habe, wenn man gesessen hat oder eine Treppe hinunter geht. Meine Füße sind noch nicht so, wie ich sie sonst kennen, die Kilometer stecken noch drin, ich hoffe das wird wieder besser. Es könnte auch sein, dass meine Füße schon wieder weiter wollen …

Aber der krönende Abschluss des Tages stand, nach unserem Nickerchen, uns noch bevor. Wir trafen erst Susanne und Michael vor unserm Hotel, um mit ihnen zusammen hier noch einmal dies kurz, mit uns anzuschauen. Es war früher der königliche Sitz, denn an diesem Platz vor der Kathedrale ist der königliche Sitz, das Regierungsgebäude und das Gebäude der Wissenschaft bzw. der Hochschule angeordnet.

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Als wir am Treffpunkt eintrafen, waren Michael (der Juri), Oliver, Diana und Stephan (das Pärchen auf der Hochzeitsreise), Anja (aus Memmingen ich hoffe ich habe es mir richtig gemerkt), Anja aus Ennigerloh, sowie Karin aus Berlin da.
Wir haben alle schon mal auf dem Weg getroffen, wenn auch nicht miteinander gesprochen, aber immer wieder erkannt und guten ‚Don Camino‘ gewünscht.
Michael und Beate gingen vor um das von Michael ausgewählte Lokal auf ausreichend Platz für uns zu prüfen. Als klar war, dass für alle Platz war wurde aufgebrochen. Es war ein kleines wunderschönes Lokal, wo wir in einem Garten hinter dem Lokal saßen. Das Essen war hervorragend und hat alle ausgezeichnet geschmeckt, eine hervorragende Wahl. Michael uns Susanne haben dafür eben ein Händchen …

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Der Abend war gefüllt von Erlebnissen und Anekdoten aus unseren Wegen. Man konnte, sich noch näher kennenlernen. Es war auch schön wie Anja aus Memmingen den Weg nach Santiago beschrieben hat. Es ist wie eine Schnitzeljagd, folge den Pfeilen zu dem Schnitzel, und alle folgen dem Weg zu dem Schnitzel, alle freuen sich auf das Schnitzel und nehmen den Weg zu dem Schnitzel auf sich.’Such das Schnitzel …‘ – Sie hat es so schön mit ihrem schwäbische Dialekt beschrieben, ich kann es gar nicht so gut hier aufschreiben, alle waren über ihre Interpretation begeistert – Dann endlich an dem Schnitzel angekommen, wundert man sich und sagt eigentlich bin ich doch Vegetarier und dann bekommt man in der Kathedrale noch Messer und Gabel gereicht und nun iss es …
Diesen Vergleich mit der Schnitzeljagd war einfach köstlich. Aber er umschreibt sehr schön den Weg, dessen Ziel es ist, denn jeder hat einen anderen Beweggrund sich auf die lange Pilgerung nach Santiago zu machen. Loslassen, festhalten, Ballast entledigen, die Sinne schärfen, sich zu entschleunigen und andere 1001 Gründe mehr. Es war ein schöner Abschluss eines schönen Wegs.

Ich freue mich schon auf morgen, es haben sich Grieseldes und Denise angemeldet, sie kommen morgen aus Finisterre zurück und wir wollen zusammen Mittag essen. Was die beiden noch wohl über die letzten Tage uns berichten können. Ich bin gespannt.

Und dann ist auch schon alles vorbei. Schade … aber ich freue mich auch schon auf Zuhause. Leonie und Elena fehlen mir sehr … Ich freu mich auf euch.
Ich hoffe, meine Berichte haben allen gefallen …

Würde mich freuen, wenn der eine oder andere meine Einladung annimmt und am Samstag vorbei kommt …

Schöne Woche noch …
Liebe Grüße aus Santiago

Lemmy

P.S.: demnach wird es morgen meinen letzten Bericht geben …. und wer mag, kann sich bei mir live die ganzen Bilder ansehen ….

… Tag 13

Tag 13 (jetzt mit Bilder, evtl aktualisieren)

Ich bin angekommen, Beate natürlich auch. Aber zwischen angekommen und wo heute Morgen um 6.30 Uhr, wo der Wecker uns das erstmal weckte, er hat es noch drei mal versucht … Nun ist doch die letzte Etappe, da ich ja erwartet werde kommt es nicht auf ne Stunde an, oder? Es waren wieder 5,5 Stunden Schlaf. Das Hotel war ganz nett, bis auf das Frühstück, es sollte 4€ Kosten, naja 4€ kann ja nicht viel sein, war es auch nicht 2 Toast, Butter, Erdbeermarmelade, 1 Glas Orangensaft, Tasse Kaffee. Das soll ein Pilger bis Mittag mit auskommen? Wir bestellten einmal Käse nach und einen Kaffee. Das war auf der Rechnung, dann der Hammer, ok 1,25€ pro Kaffee lasse ich ja noch gelten, aber 2×3,50€ für 4 Scheiben Käse (es war kein normaler Käse). Das fühlte ich mich ein bisschen vera…. . Das habe ich dann auch beim Bezahlen angemerkt. Aber was will man sich ärgern, ich habe bezahlt und keinen schönen Tag gewünscht. Na mir den deutschen Pilgern kann man es ja machen. Aber was soll’s es lohnt nicht, dachte ich und nach 50 Meter, habe ich es schon vergessen. (Habe erst jetzt wieder daran gedacht, den ganzen Tag gingen andere Sachen durch den Kopf) irgendwie Magisch.

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Aber nun zum Tag. Der Himmel war grau und es war so ca. 15 Grad. Regen war gemeldet, wir müssten noch 400 Meter an der Hauptstraße um wieder auf den Jakobsweg zu kommen, es ging auf kleinen Straßen durch den Stadtrand von Padrón. Und es kam wie gemeldet, wir gehen und der Himmel fängt an zu weinen, schließlich ist es die letzte Etappe von einem ganz tollem Abenteuer. Morgen los zu gehen und weiß nicht, ob und wo man ankommt, wo man etwas isst, oder gar wo man schläft. Wen man unterwegs trifft oder wen man neues kennenlernt.
Schon nach kurzer Zeit trafen wir auf Susanne und Michael, die auch grad aufgebrochen sind. Es hat nicht mal 5 Minuten genieselt, wir hatten Glück. Wir haben wieder gute 8 km zusammen unseren Weg gemacht, Beate und Susanne vorweg, die haben sich sehr angeregt unterhalten. Wir Männer sind da ja eher ruhigere Gesellen und lieben mehr die Wortkargheit. Auch Michael war froh das Susanne jemanden zum unterhalten hatte. Wir sprachen noch über die verschiedenen Jacobswege und das er zu seinen Reisen Vorträge gehalten hat. Echt ein witziges Paar, die beiden werden mir fehlen, unsere Schöngeister. An einer Kirchen angekommen, es war grad Messe. Sie musste unbedingt diese abwarten und noch Flöte Spiele.
Wir allerdings schon recht spät unterwegs, wollten darauf nicht warten und ich glaube, sie gehen auch gern allein, es ist immer schön wenn man jemanden trifft, aber man möchte seine Weg allein machen, das habe ich auch des Öfteren gemacht. Die weiteren km waren auch gut zu laufen. Nach gut 11 km legten wir an einem Rastplatz ein 2. Frühstück ein.

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Beate schlug vor die Etappe heute zu teilen und unterwegs noch einmal übernachten. Ok, 12 Tage ohne Pause durchlaufen ohne richtige Erholung, Urlaub ist das nicht. Ich bin froh, dass sie weitergelaufen ist. Ich war auch Matt, aber ich wollte heute unbedingt ankommen, es schmerzte nichts, warum pausieren. Das kann ich auch wenn ich da bin. Es waren drei Anstiege heute auf der Etappe zu schaffen, 2 kleine und einer der letzte der aber auf eine längere Strecke sich hinzog. Kurz vor dem letzten Anstieg lernten wir an einer snackbude ein Pärchen aus Redondela kenn, sie deutsche, er Spanier. Sie laufen diese Strecken an 2 Wochenenden von Tui aus nach Hauses und ein Wochenende später von Zuhause nach Santiago. Nun jeder wie er mag und Lust hat. Aber kein Vergleich zu uns ….
Ach hervor ich es vergesse, die Etappe war wieder landschaftlich sehr schön, es ging immer wieder an oder durch kleine verschlafene Dörfer. Nun was will man am Sonntag erwarten. Es war keine Bauer unterwegs …

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Wie man auf den Bildern sehen kann ein tolle Etappe. Und wo ich am meisten Spaß hatte die km Steine nach Santiago und die km Zahl wurde immer kleiner … Was ein Spaß. Ich hatte einen kleinen Vorsprung auf Beate, die Anstiege könnt ich wie die letzten Tage immer mit einem recht schnellen Tempo bewältigen, ich wollte auch unbedingt Santiago sehn und ankommen.

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Als oben angekommen ging es recht steil wieder Berg ab und eine Muschel war falsch angebracht und ich bin falsch abgebogen durch einen Wald wieder einen Berg rauf, nun nach guten 350 Metern bemerkte ich den Fehler und Kehrtwende zurück, unten angekommen hatte Beate auch wieder aufgeschlossen, dann unter der Autobahn durch und wieder bergauf und andere Seite ,  wir waren nun in der Stadt angekommen wieder hinunter. Hier wartet ich auf Beate auf einer Parkbank. Als sie angekommen war, war es besser sie nicht anzusprechen. Wir waren, ok Beate vielleicht etwas mehr, ganz schön ausgelaugt. Es war heute auch eine der besonders langen Etappen und dann noch mit drei Anstiegen und selbigen Abstiegen, das geht an die Reserven. Laut unserm Wanderführer sollten die Pfeile in der Stadt nicht so gut sein, aber in die grobe Richtung wurde man geführt.

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Es war noch gut 1,6 km durch die Stadt an einer Hauptstraße entlang und man bog dann in die Fußgängerzone ein und ab da waren die Straßen voller Touristen und Pilger. Es reihten sich nun ein Souvenir Geschäft an das andere, doch recht kommerziell und alle wollen an den Pilgern partpizieren.
Die Pilger waren entweder am Rucksack zu erkennen oder der recht sportlichen Kleidung, denn auf den feinen Sonntagsdress verzichtete er aus Gewichtsgründen.

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Schon nach wenigen Meter links in eine schmale Gasse und man hat den ersten Blick auf die Spitze der Kathedrale.

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War es ein tolles Gefühl – kein Gedanke mehr an schmerzende Füße, Waden, Schienbeine oder gar den Rücken. Jetzt nur noch die Gasse zu Ende laufen und man steht vor der imposanten Kathedrale. Ich bin da und habe es geschafft. Es haben der ein oder andere sicherlich daran gezweifelt als ich Ihnen davon berichtet habe was ich vor habe. Aber jetzt habe ich es sogar schriftlich und ich habe mir auch die km kirchlich bestätigen lassen – 260 km. Manche brauchen für diese Strecke keine 2 Stunden (mit dem Auto), ich habe 13 Tage benötigt.

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Vor der Kathedrale angekommen, haben wir erstmal das nächste Hotel angesteuert, zum Glück war es nicht weit, aber teuer. Aber das haben wir uns verdient. Haben uns auch nur kurz frisch gemacht und sind wieder zur Kathedrale und haben einen kurzen Blick reingeworfen. So was habe ich noch nie gesehen, die Kathedrale ist riesig. Ich habe mit meiner Kamera einige Bilder gemacht. Es war dort sehr interessant und überwältigend . Wir wollten jetzt kurz was trinken und verließen durch einen Seitenausgang die Kirche. Wir setzten uns auf die Treppen und überlegten wo wir was Essen, schließlich hatte wir keins unterwegs. Dann stellte ich die Frage, wo wir unser Compostella bekommen, natürlich im Pilger Büro. Kurz auf Google Maps geschaut und es lag nur 80 Meter vor uns, ok kurz anschauen, die können wir ja noch morgen abholen. Doch die Schlange war verlockend kurz, dass wir uns ein die Schlange eingereiht haben, wir standen grad, da kamen Susanne und Michael aus dem Büro und hatte sich ihre Compostella doch noch geholt. Anne für sich wollten sie keine holen, aber diese hatte wohl ein neues Design. Eine gute halbe Stunde später hielten wir auch unsere Compostella in der Hand. Es gab für 3€ eine Bestätigung über die km, diese weist nun 260 km auf.
Da sind meine beiden Umwege aber leider nicht enthalten … Warum?

Dann knurrte der Magen, aber in Spanien öffnen die Restaurants alle erst so um 20 Uhr. Solange wollten wir nicht warten und eine Dönerbuden könnte unseren Hunger auch stillen. Zufrieden gestärkt ging es wieder zur Kathedrale, mit dem Ziel direkt sich aufs Ohr … daraus wurde nichts, der irische Pilger traf uns, dann wurden noch Fotos gemacht, auch die Holländer aus Ponte de Lima waren da. Nach dem hallo habe wir uns erstmal auf eine Bank gesetzt, dann kamen Ben und Tina aus Holland, wir hatten uns mehrmals ab Actos getroffen und waren dort im selben Hotel. Dann kamen noch das Hamburger Studenten Pärchen und noch ein Rentner Pärchen, welches uns auch schon seit Actos über den Weg läuft. Es war ein großes hallo und alles waren über glücklich angekommen zu sein – vergessen die beschwerlichen Wege, die Schmerzen die man hatte. Alle hatten was, aber alle haben durch gehalten sind unter Schmerzen gelaufen, wo jeder Arzt gesagt hätte: unbedingte Ruhe und hoch legen … aber alles sind den nächsten Tag weitergelaufen. Die Holländer wollten unbedingt noch was essen und wir hatten schon aber auf ein Bier hatten wir noch Lust. Aber nach 5 Restaurant, die keinen Platz für 9 hatten, habe wir uns zurück gezogen, sonst hätten sie nie eine Chance gehabt. Wir waren auch recht müd‘ und freuten uns auf’s Bett.

So das große Abenteuer Jacobswege geht langsam zu Ende. Es war sehr hart und sehr anstrengend. Ich wollte es mir auch einmal selbst beweisen, dass ich mit nun 47 Jahren als bekannter Couchpotato noch nicht zum alten Eisen gehöre und der Weg war für mich auch eine Befreiung ich habe wie es eine Pilgerin mir mal sagte unterwegs, man kann einen Gedanken zu Ende denken. Zuhause klingelt das Telefon, die Waschmaschine piept und ist fertig oder andere Dinge stören, zuhause nimmt man sich diese Auszeit nicht. Einen Vorsatz den ich daraus mitnehme…. Hier auf dem Weg war man oft allein und sonst nix, nur der Weg und weil man nur den gelben Pfeilen nachläuft muss man sich um die Navigation auch keine großen Gedanken machen. Man lässt total los. Was oft passiert ist, einen Tag später wusste man nicht mehr von wo man kam oder in welchem Hotel war der Ort. Es gibt nur dich und der Weg zum Ziel und der ist auch noch vorgegeben. Es ist sehr befreiend. Der Blog war für mich den Tag, weil er noch frisch war, schnell aufzuschreiben, wobei das schnell aufschreiben schon mal 2 Stunden in Anspruch nahm. Aber so kann ich in mein Blog wie in einem Tagebuch schauen und habe den Tag wieder vor Augen um es wieder zu erleben. Ich weiß auch nicht ob es gut zu lesen war, da müsste ich jetzt bei Tag 1 mal lesen. Ich kann auch nicht beurteilen, ob sich mein schreiben verändert hat. Das würde mich interessiere, ich bin normalerweise kein Schreiberling gewesen …

So nun genug geschwafelt, ich muss jetzt noch ein paar Bilder hier hochladen, damit es schön bunt ist.

Ich würde auch alle die es interessiert gerne zu mir auf ein Bier einladen und meinen Weg feiern. Ich habe auch noch einen Haufen interessante Bilder und schöne Geschichte, werde aber wohl zur Gedankenstütze meinen Blog dazu nehmen müssen. LOL. Würde mich freuen wenn jemand kommt…am Samstag um 20 Uhr bei mir zuhause, ich werde auch meinen Rucksack so zusammen packen das wer möchte ihn mal tragen kann, um einzuschätzen was für eine Last man jeden Tag mit sich trägt.

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Liebe Grüße aus Santiago
vom heiligen Stephanus

P.S.: Vielen Dank für die netten Nachrichten und Posts, ich habe mich sehr gefreut und habe bei der ein oder anderen eine Träne verdrückt, es war sehr emotional und bewegend für mich.
Vielen Dank, Leonie und Elena ich liebe euch über alles!
Und meine beiden kleine Schwestern … Jetzt seit ihr dran!

… Tag 12

Tag 12

Gestern war es doch noch spät geworden, aber es lag ja auch nur noch die vorletzte Etappe vor uns. Da sollten 5 1/2 Stunden Schlaf reichen. Wir sind um 9 aus dem Hotel los gelaufen, das Frühstück hatte heute einmal wirklich Buffet Charakter. Es fehlte an nichts, außer vielleicht etwas Lachs, aber das habe ich auf unserer Tour nicht vermisst. Hier war mir ein ordentliches Bett und eine Dusche viel lieber, man reduziert auf so einer Tour vieles nur auf das wesentliche und man braucht nicht viel um zufrieden zu sein. Ich weiß, wenn man wieder da ist wird es so sein das man doch wieder schnell in den Alltag verfällt. Nun denn, nachdem wir im Supermarkt unsere Wasservorräte aufgefüllt hatten. Ging es recht schnell aus der kleinen Stadt, wieder über schöne Wege mit sehr leichten Anstiegen. Und es war wieder ein Tag, wo das wandern viel Spaß gemacht hat, keine Schmerzen oder Wehwehchen. Ich glaube der Körper hat sich an die Belastung des täglichen Laufens so langsam gewöhnt. Es war auch immer eine freue die KM Steine zu sehen und sich zu freuen das Santiago immer näher rückt.

Er ging durch eine wach besiedelte Gegend, immer wieder durch kleine Wäldchen, oder mal an der Autobahn entlang, welche aber durch eine Art Hecken Bewuchs nur hörbar war, und es trotz alledem sehr schön war.

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Es ging durch kleine Dörfer an schönen Kirchen vorbei, bis es wieder einen doch recht langen Anstieg noch über einen Berg gehen musste, auch der folgende Abstieg war teilweise lang und zog sich Serpentinenartig durch einen Wald. Es Waren immer wieder weite Blicke in die schöne unberührte Natur … es muss schön sein hier zu leben, aber das sagt auch nur einer der aus einer Kleinstadt kommt wo es rundum nur Landwirtschaft gibt und alles förmlich dafür genutzt wird. Hier kommen auch viele Felder jedoch viel kleiner und diese werden dann durch schön angelegte Weinfelder unterbrochen, nicht alles so eine Monokultur wie es unsere Landwirte bei uns betreiben. Unterwegs trafen wir wieder auf die Firmungs Ausflügler aus Lörrach.

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Nun es war schöner wenn man sich alleine auf dem Weg befindet, denn so 15/16 jährige sind doch etwas lauter unterwegs. Da diese auch den nächsten Rastplatz belegten ging Beate vor … ich musste noch die Schuh wieder anziehen und wollte zur nächsten sichtbaren Kirche und dort rasten, nun als ich dort vorbei kam sah in sie nicht und ging weiter, nun als keine Beate zusehen war pausierte ich an einem Brunnen und versuchte sie zu erreichen, zuerst ohne Erfolg, aber dann klappte es und ich hatte sie verpasst, nun gute 1,5 km zurück laufen, war nicht so prickelnd so wollte ich an der nächsten Möglichkeit, wie ein Café oder Snackbar auf sie warten, das es fast 4 km werden hätte ich nicht gedacht, aber das nächste Örtchen bot einen kleine Snackbar zum warten und pausieren. Gut eine Dreiviertelstunde Stunde später, wurde die kleine Beate von Michael und Susanne bei mir abgegeben. Es waren jetzt nur noch 3,6 km bis zum Ziel. Es hat nach der Pause etwas gedauert, dass ich wieder in Tritt kam. Es lag wohl daran das man nicht so recht sich die Füße hochlegen konnte, dafür war die Snackbar nicht besonders geeignet. Nun egal die letztem km gingen auch vorüber.

Das einlaufen in die Stadt war von der Flussseite über eine kleine nicht einladende Straße, ich dachte schon was ist das für eine hässliche Stadt. Wir wechselten vom Weg auf die Hauptstraße um nach einer Übernachtung Möglichkeit zu schauen, nach 300 m kam ein Hinweis auf ein Hotel in einer Seitenstraße, auch diese war eher schäbig und meist von leeren Geschäften gesäumt. Aber das Hotel ist günstig hat schöne Zimmer und ein ordentliches Bad, was will ein Pilger mehr? Nach so einer Etappe möchte ich erstmal mich ne Stunde auf’s Ohr legen. Das konnte ich bislang jeden Tag tun, um ausgeruht dann noch mal los zugehen, was einkaufen und ne‘ Kleinigkeit zu essen. Als wir nun ins Zentrum kamen würden wir doch sehr überrascht, kleine Gassen mit vielen lokalen mit Stühlen und Tischen draußen, eine kleine Promenade vor der Kirche. Es war doch ein sehr schöne kleine Stadt. Hier trafen wir wieder auf Michael und Susanne, wir tranken ein Bier zusammen und sprachen über unsere Erlebnisse, auch Oliver vom Abend zuvor gesellte sich noch kurz zu uns. Wir verabschiedeten uns noch kurz zum Einkaufen und Michaels und Susanne wollten sich noch kurz frisch machen, als wir zur Promenade zurück kamen zum Essen, trafen wir auch unsere Hochzeitspärchen Stephan und Diana, und einige andere Pilger, die wir bereits unterwegs öfter getroffen haben. Wir entschieden uns für ein Lokal mit Hinweistafeln in Deutsch, das gute die Bedienung sprach auch ein bisschen Deutsch, wir hatten grad unser Essen auf , kam Michael, der Juri um die Ecke, sowie auch Michael und Susanne. Es war wieder eine sehr lustige Runde. Diese schönen Abende mit so netten Menschen werden mir bestimmt fehlen.

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Ich habe hier auch eine Tappas gefunden, die ich bereits gestern probiert habe, die mir sehr gut geschmeckt hat: Pimientos de Padrón. Einfach lecker …

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Nun noch eine Nacht und das wunderbare Erlebnis Santiago ist vorbei. Es stimmt schon der Weg ist das Ziel. Auf dem Weg erfährt und erlebt man so viel. Man kann gar nicht alles in Wort fassen und wenn man hier Sitz und diese Zeilen schreibt, ist man auch ein bisschen traurig, dass es vorbei ist, obwohl bis jetzt 12 Tage und keiner war wie der anderer, einige waren von Schmerz und Leid geprägt, andere waren so toll, weil man eine tolle Zeit mit super netten Menschen verbracht hat. Man war auch oft allein mit sich und der Natur, hat Frösche quaken gehört, Grillen gaben ihr Konzert, Vögel oder es war auch mal still und hörte nur wie sich Wanderschuhe durch über Stock und Stein bewegte … wie wird es morgen sein. Wenn man ankommt … Was werden sich für Gefühle in einem Regen? Oder ist es ganz so als wenn man in Rheine in die Stadt geht – ich glaub nicht und freu mich auf den morgigen Tag. Santiago ich komme und ich werde es schaffen und ohne vorher ein Trainingslager zu besuchen zu haben.

Liebe Grüße aus Padrón

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…. Lemmy

Der Weg ist das Ziel und wenn man das Ziel erreicht hat?

Dann kann ich nur sagen: Nach Santiago ist vor Santiago!

P.S.; Es waren heute gute 20 km, die sich auch wieder zu den schönsten Etappen Gesellen darf. Wenn jemand auch auf den Geschmack gekommen ist, kann ich nur diesen Weg empfehlen. Er ist traumhaft schön und wenn ich den schon schaffe, dann auch jeder andere …

… Tag 11

Tag 11

Ich glaube die Nächte werden immer kürzer, denn das Blog schreiben, obwohl man nur kurz den Tag Revue passieren lässt, ist gar nicht so einfach. Es waren gut 5 Stunden Schlaf, das Frühstück, obwohl es ein Buffett sein sollte, war doch eher sehr spartanisch. Dafür gab es Orangensaft und ein Müsli.

Nun wir sind dann auch um 8.30 aufgebrochen, ich muss sagen ohne irgendein leiden, die Waden, der Rücken oder die Schienbeine Schmerzen, nur das Knie Schmerzen auf den ersten 30 Metern aber dann war nichts mehr zu spüren.

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Es ging heute nachdem wir Pontevedra verlassen hatten, auch recht schön über kleine Waldwege, oder an Weinbergen vorbei. Unterwegs trafen wir noch auf Griselde und Denise. Nach einem kurzen pläuschen brachen sie vor uns auf, denn wie Denise meinte wären wir ihr Schatten, das war in den letzten Tagen auch so, die beiden starten auch in der Regel recht spät, so wie wir und wir trafen uns immer an verschiedenen Rastplätzen oder Snackbars.

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Die ersten 10 km vergingen wieder wie im Flug und ließen sich, es hat sich etwas abgekühlt, sehr gut laufen auch die Anstiege klappten sehr gut. Wir kehrten in eine kleinem Café ein um kurz zu Rasten.
Grad als wir unseren Kaffee bekommen hatten, kamen die beiden Schöngeister, Michael und Susanne vorbei, aus der kurzen Pause wurde leider nichts.

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Es wurde schnell eine Stunde. Es war wie jedesmal mit den beiden ein Spaß. Wie gesagt nach besagter Stunde Pause ging es wieder los. Nach einer halben Stunde und einem Anstieg und Abstieg mehr, wollte ich gerne zu meinem kargen Frühstück in einer Tampas Bar stärken, nun ja , da hatte ich wohl nur Hunger …
Wir gingen weiter und weit und breit keine Möglichkeit sich vernünftig einzukehren oder zu rasten, so ging es weitere Kilometer durch eine Wunder schöne Landschaft.
Es war wieder eine Etappe die sich zu den schönsten Gesellen darf, so wie die letzten Tage. Und das ohne irgendeine Wade zwickt oder irgend ein anderes alt Herren leiden. Kurz vor Ziel trafen wir in einer Snackbar wieder auf Griselde und Denise, hier gab es nun ein schönes frisch belegtes Brot mit Schinken und Käse. Puh, ich war auch kurz vorm verhungern … von dort waren es keine 5 km mehr bis Caldas de Reis.
Sehr auf muntern waren auch alle km Steine, die die Entfernung bis Santiago anzeigen. So etwas über 42 km dürften es nur noch sein.

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Als wir in Caldas de Reis angekommen sind haben wir in einem Hotel mit Thermalbad eingecheckt, und eine Pilgerbehandlung bestellt. Erst eine halbe Stunde in einem blubber Becken mit Farbtherapie und anschließend Fuß und Beinmassage, das war ein Genuss und die Beine und Füße hatten es sich redlich verdient, schließlich haben sie uns schon soweit getragen und müssen nur noch 2 Etappen durchhalten.
Dieser Ort ist auch wieder etwas kleiner, dass wir in einer Tappas Bar auch gleich wieder einige bekannte wieder getroffen haben und auch gleich ein paar neue kennengelernt wie Stephan und Diana aus Hamm, die ihre Hochzeitsreise so ihre verbringen. Und Robin haben wir wieder getroffen, ein etwas durchgeknallter 29 jähriger Mann mit Tiroler Hut. Ach ja und Oliver, Verkaufsleiter aus der Mercedes Niederlassung aus Düsseldorf. Er geht auch den Camino zu ersten Mal und Last but bot least, Michael RA aus Puhlheim… Wir aßen ein paar Tappas und es gab ein paar Klara. Es waren wieder so unterschiedliche Menschen, die alle aus unterschiedlichen Beweggründen hier sind und das Ziel Santiago haben. Wieder etwas magisches.
Wen wir noch alles gesehen haben, würde hier den Rahmen sprengen, man hat sich auf dem Weg gesehen und hat sich hier wieder erkannt und freundlich gegrüßt.

Ich werde heute auch nicht soviel Bilder einstellen, denn das verkleinern, platzieren und hochladen dauert immer so lange und ich habe schon ein paar Bier auf und bin sau müde und freue mich auf morgen, es soll wieder eine tolle Etappe werden. Ich freue mich das ich es schon bis hierhin geschafft habe und habe mich gefragt wie es ist wenn man da ist …

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Liebe Grüße
Lemmy
P.S. … Wer Tippfehler findet darf sie behalten. Ich lese morgen Abend noch mal Korrektur….. Heute nicht mehr, gute Nacht.

… Tag 10

Tag 10

Nach einer angenehmen Nacht, das Hotel war wirklich sehr gut mit tollem Bett und etwas mehr als 5 1/2 Stunden Schlaf, lag uns eine Strecke von etwas mehr als 18 km vor uns. Es ging einmal quer durch die Stadt und recht schnell mit moderaten Anstiegen über einen kleinen Berg, es waren schon ein paar schöne Wege die wieder sehr schön waren. Jedoch fing das nächste Zipperlein an, die Gurte und Polster brannten förmlich auf der Haut, dass der Rucksack nicht zu tragen war, da Beate ihn nicht tragen konnte, ich glaube sie wollte nicht … War umziehen angesagt, ich legte mein riesen Outdoor Handtuch über die Schultern und zog ein Polo drüber, mein Hemd war bis dahin schon komplett nass geschwitzt. So konnte die Tour doch ohne Schmerzen weiter gehen. Auch die Waden und die Ferse waren heute ausgesprochen, naja schmerzfrei wäre geprallt, oder man könnt gut damit laufen.

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Dann wieder bergab und auf Arcade zu, eine kleine Hafenstadt mit einer schönen Bucht. Hier nachdem wir durch den Stadtrand der Stadt gegangen sind ging es über einen kleine recht lange Brücke über die Bucht.

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Es war traumhaft schön hier, am Ende der Brücke war auch gleich ein kleine Café, und wir legten eine kleine Kaffee Pause ein.

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Die Pause war nötig denn es ging dann über den 2. Berg, der Weg führte über Waldwege mit recht viel Schatten. Es wurde bis dahin eine der schönsten Etappen. Wir mussten nur wenig Asphalt Straßen laufen.
Wir trafen unterwegs nur wenige Pilger die wir auf unsere Reise kennen gelernt haben, das holländische Pärchen lief uns förmlich mehrmals über den Weg, wobei wir immer ein paar Worte gewechselt haben. Auch Griselde und Denise hatte ähnliche Pausen und brachen in der Regel auf wenn wir am Rastplatz eintrafen. Sie empfahl uns auch eine alternativ Route an einem Bachlauf zu nehmen um nicht die letztem 6 km an der Hauptstraße zu laufen, das hätte den Tag bestimmt wieder uns vermiest, denn nichts ist langweiliger als an einer Hauptverkehrsstraße zu laufen. Nun bevor ich es vergesse nach Berg 2 kommt noch Berg 3 mit einigen recht steinigen Aufstiegen. Und genauso steile Abstiege, aber die Knochen spielten mit. Als wir nun Berg drei ich meine der war so gute 380 Meter. Das hört sich immer so wenig an, aber wenn man die Wege dazu sieht, vergeht einem das Lachen…

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Als dann Berg 3 auch überwunden war, war ein kleiner privater Rastplatz, den ein Rentner Betrieb, es gab ausreichend schattige Sitzplätze und kühle Getränke und Kaffee zukaufen. Der Rentner sprach akzentfrei Deutsch, ich glaube es war eine Auswanderer. Ein Gast sprach uns an, wo wir her kommen, er sei grad erst hierhin ausgewandert. Er kam aus Soest und hatte seinen 17 Jahre alten Mercedes GL mit Soester Kennzeichen vor der Tür stehen. Er sprach davon den Wagen jetzt zu verkaufen, da das ummelden über 1000€ Kosten solle. Der Wirt packte nun seine Auslagen weg und baute seine Angebotschilder Weg, Der Auswanderer sagte noch, das nun keine Pilger mehr kommen und deshalb wird jetzt Mittag gemacht. Da wir mit unserem Kaffee auch fertig waren, brachen wir auch auf um die letzten 6 km zu fressen …. Grrrr. Denn diese wie fast jede Etappe ziehen sich wie ein Kaugummi und wollen kein Ende nehmen ….

Nach gut 1 km ging es auf die alternativ Route am Bach entlang.
Hier kam uns ein älteres Rentnerpärchen aus Deutschland, die sich des Weges nicht sicher waren, denn hier waren keine Pfeile, wir zeigten Ihnen den Weg und sie waren froh, dass es nicht in der Mittagssonne auf Asphalt an der Bundesstraße weiter gehen musste. es war super schöner Weg und recht kühle weil immer Bäume da waren. Aber der Weg war deutlich länger … So, dass dann 25 km draus geworden sind, wir sind ja auch noch gut 1 km in Pontevedra eingelaufen um eine Unterkunft zu finden.

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Hier haben wir auch gleich Glück gehabt und ein passables Zimmer mit Frühstücks Buffet …. mal sehen was die Spanier darunter verstehen, ich glaube Lachs wird es nicht geben …

Auf dem Zimmer das übliche Ritual, aus den Klamotten raus, Füße hoch … Und ein kleines Nickerchen … in der Regel dauert es mit wieder frisch machen und frische Kleidung anziehen so 1 1/2 bis 2 Stunden, dann gehen meist die ersten Meter etwas schwer, aber dann läuft man sich wieder ein.

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Wir sind bis in die Altstadt gegangen, haben ne Kleinigkeit gegessen und 2 Klara und auf’m Rückweg noch schnell in den nahegelegenen Supermarkt, die Wasservorräte auffüllen.

Nun ich habe noch ein bisschen Wäsche gemacht und sie zum Trocknen vors Fenster gehängt, mal sehen, ob die morgen trocken ist.

Der Tag heute war ein einfach gelungener Tag in Richtung Santiago. Auch wenn man heute wenig von seinen Bekanntschaften wieder gesehen hat, aber in Santiago treffen sich alle wieder, und dann haben einige den selben Rückflug wie wir. Es liegt auch etwas daran, dass viele in den öffentlichen Herbergen schlafen und da wird in der Regel früher aufgestanden und wenn einer Aufsteht wird der Rest auch wach … dann stehen die meisten auch auf … das ist dann wenn wir uns ein Zimmer nehmen deutlich entspannter, dafür sind wir aber auch immer etwas später … und nehmen weil’s so toll ist noch die Mittagssonne mit ….

Wenn alles nach Plan läuft sind es nur noch drei Tage … die Zeit verging im Flug.
Es sind noch ca. 65 km bis Santiago, das hätte ich in den ersten drei Tagen nicht gedacht. Es gab einige Hochs und genauso viele Tiefs … die Hochs überwiegen alles.

Sonnige Grüße aus Pontevedra

LG Lemmy – praktisch schmerzfrei ….

P.S.: Eins noch, es sind uns zwei Jugendgruppen mit mehreren 15-16 jährigem Schülern über den Weg gelaufen, zuerst dachten wir es wäre ein Schulausflug, später trafen wir kleine Gruppen und sie berichten es wäre ein 11-tägiger Ausflug im Rahmen der Firmung. Na, das finde ich mal eine gute Idee, die Schüler gehen ihren Weg und das schon so früh, ich fand es gut. Einige der Schüler sagten auch schon direkt das sie nächstes Jahr wieder gehen wollen, wer weiß … die müssen die 100 km bis Santiago noch erstmal laufen. Das war für sie erst der 2. Tag. Obwohl so gut wie nix los war habe ich schon wieder so viel geschrieben … Es ist schon wieder 20 nach zwölf, noch eben in die Lobby da ist das Netz besser um das Blog hochzuladen. Deshalb spare ich mir heute wieder das nochmal zu lesen … Gähn.

… Tag 9

Tag 9

Nun die Nächte werden kürzer, obwohl ich das so nicht merke. So 5,5 Stunden. Das Frühstück war wieder sehr übersichtlich, ein Stück aus dem Baguette geschnitten getoastete Hälften mit Butter und Erdbeermarmelade.
Dafür waren wir recht früh unterwegs, so gegen 8 Uhr. Es war schön frisch und der Weg war angenehm schnell aus der Stadt raus, es bot sich auch eine alternativ Route an, die auch mit gelben Pfeilen markiert war. Gute 18 km lagen vor uns. Nur spürte ich schon einen leichten Schmerz in der rechten Wade … Bitte nicht dachte ich noch.

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Der Weg war wieder traumhaft schön, es ging schon leicht aufwärts. Am Fuße der nächsten bergauf Passage bot sich die Gelegenheit mit einem Kaffee sich auf die kommende Passage zu stärken. Hier trudelten auch kurze Zeit später ein Holländer Pärchen ein, die wir bereits mehrmals in diesen Lokalen getroffen haben ein. Aber wir hatten nie viel geredet – nun ja kann ja nix dafür das wir besser Fußball spielen. Quatsch, das war nicht der Grund. Er hatte Probleme mit seinen Walkingstöcken, ich konnte ihm mit meinem Leatherman helfen und er konnte seine Stöcke reparieren, er sagte noch zu seiner Frau, das er auch eins Kaufen wollte, aber Sie wollte wohl nicht. So was hat man eben dachte ich und es fiel mir das ich deshalb auch gut 13 Kilo Gepäck mit mit rumschleppe. (inkl. 2 Liter Wasser + 2 Dosen RedBull + kleine Flasche Wasser). Die Dosen RB waren an dem Tag die Ausnahmen und sollten zwischendurch Belohnung sein. Aber das nächste mal ist das Gepäck kleiner …
Dann trudelte noch das Augsburger Pärchen ein und Stephan, der Bänker, der keiner ist.

Auf dem Stück bergauf machte die Wade komplett zu und es war die Hölle, es ging nur in kleinen schmerzhaften Schritten voran. Aber es geht voran, nur eben langsamer. Beate wartete zwischen durch auf mich. Später am höchsten Punkt angekommen, machten wir kurz rast. Hier überholten uns das Augsburger Pärchen, sie ging auch unter Schmerzen, war aber schneller als ich. Beate sagte das wir noch ne halbe gehen und dann Mittags Pause machen, ich schickte Sie schon mal vor, damit die Schmerzen und ich das alleine ausmachen können …

Aus der geplanten halben Stunde ist gut 1 1/2 geworden, habe dann noch die Abzweigung verpasst und bin einen kleinen Umweg gelaufen. Da ich nicht wusste, ob Beate nun auf dem Stück wartet welches ich geschickterweise umlaufen habe, rief ich sie an, wo ich nun wieder auf dem Weg war … während des Telefonats rief Stephan aus dem Wald und nachdem Beate mir sagte, dass ich nur noch gut 300 Meter zu ihrem Rastplatz habe. Ich war froh nicht zurück laufen zu müssen.
Ich war jedoch so kaputt, dass ich mich noch kurz zu Stephan gesellte. Stephan ging dann die letzten 300 Meter mit mir zusammen und lieferte mich wie einen kleinen Jungen bei Beate ab. Hier war ein kleiner Rastplatz mitten im Wald kurz vor dem nächsten Abstieg, denn wer hoch läuft muss auch wieder runter. Jetzt erst mal ne halbe Stunde auf die Isomatte geschlummert, dann etwas von unserer am Vortag gekauften Salami und Babybel mit Brot aus der Tüte.

Auch hier brach Beate vor mir auf. Nun dachte ich, Lemmy was tun, ich erinnerte mich, an den Tag zuvor und dachte wenn Laufen nicht geht, dann tanze ich wieder, das klappte schon mal. Also Kopfhörer auf und aufgedreht, die ersten drei Meter waren noch nicht im Takt, aber dann. Ich dachte nicht an die Schmerzen und wippte im Takt den Berg hinunter. Das Tempo verdoppelte sich, das Beate auch bald wieder in Sichtweite war. Es muss ziemlich lustig aus gesehen haben, fast jeder Autofahrer der auf dem Strässchen mir entgegen kam grüßte oder zeigte mir den gefällt mir Daumen von Facebook. Es hat richtig Spaß gemacht, in der glühenden Sonne tanzenderweise zu laufen.

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Und hier von unten nach oben fotografiert … man war das Steil.

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Ich hatte meinen Spaß und die anderen auch … kurz vor Redondela, kehrten wir noch in ein Kaffee ein und ich erklärte Beate, dass es für mich so besser geht, Beate hatte wohl Angst das ich mich übernehme, aber ich hatte ja vorher soviel kraft gespart, wohin damit …
So ging es wieder im Takt weiter und ich hätte noch weiterlaufen können.

Kurz vor der Herberge trafen wir unser Rentner Pärchen, welches mit uns die letzten 3 Tage immer im selben Hotel übernachten haben. Da es nur eins hier gab, checkten wir im Café ein, da es keine besetzte Rezeption gibt und die es dafür übernahmen. Wir hatten hier wieder Glück, alles da und relativ neu. Sehr modern und geschmackvoll eingerichtet.

Nachdem wir uns ausgeruht und frisch gemacht hatten, schreiten wir durch die Gassen und genehmigten uns ein Alster (span. Klara), da kam Michael aus Puhlheim vorbei. Wir wussten schon von Stefan, dass er um drei Uhr aus der Herberge aufbrach, er erzählte uns von seinem frühen Aufbruch und wunderte sich, dass wir da schon von wussten, hier spricht sich alles unter den Pilgern eben schnell rum. Das ist auch irgendwie ein Phänomen und was magisches … da fällt mir noch was zu ein es war der Tag als wir oben auf dem Gipfel auf gut 430 Meter zufällig mit Himmel und Hölle pausierten, da fand Denise so einen Verschluss, den Griselde an ihrem Cowboy Hut mit einer Büroklammer mehr schlecht als recht die Hutbändchen festhielt, denn sie verlor bei Wind ihren Hut, mit dem gefundenen Verschluss war es wie es sein sollte. Der Weg gibt alles was man braucht … hierüber gibt es noch zig Beispiele die andere Pilger auch erlebten … oder es gibt einen Pilger der was hat was der andere grade nicht parat hat oder benötigt, wie ich auch heute mit meinem Leatherman …

Wir sind dann mit Michael zusammen etwas essen gegangen. Es gab lecker Fisch, wir hatten mit dem Essen bisher immer Glück gehabt.
Neben dem Lokal ist sogar eine Mapfre Agentur …

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Wir sind noch kurz in den Supermarkt, die Wasservorräte auffüllen und ab ins Bett bzw. ans iPad.

Mein Fazit für heute … wenn doch gar nichts mehr geht – irgendwie geht es doch.
Ich werde jetzt noch meine Wade etwas massieren und in Voltaren einlegen, damit sie morgen wieder zart und geschmeidig ist. Übrigens ich hatte, trotz der Schmerzen, nie den Gedanken auf zu geben. Jetzt bin ich schon so weit gekommen und ich werde in Santiago doch erwartet.

Wünsche allen eine angenehme Nacht.

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Liebe Grüße aus Redondela

… der sportverletzte Lemmy (der zur vorsichtig keinen Betreibt … LOL)

P.S. : ich glaube, ich habe diesmal nichts vergessen … Ach, es waren heute gut 19 km inkl. Umweg und Tanzschritt … Und auf Korrektur wurde nicht gelesen, es ist schon wieder so spät, aber es gibt immer soviel zu erzählen. Ich bin auch froh das ich es hier festhalte, diese Erlebnisse kann man sich gar nicht alle merken …und es würde mich freuen wenn ich hiermit jemanden ermutige das gleiche zu tun, ihr werdet es nicht bereuen. Versprochen! Ich freue mich auch über jeden Kommentar.

Die noch die Route aus der App:

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… Tag 8

Tag 8

Wieder gut geschlafen, aber nur 7 Stunden, lag daran das wir spät vom Essen mit Michael und Susanne zurück waren und dann den Tag in ein paar Zeilen fassen, schier unmöglich – wenn ich fertig mit dem schreiben fallen mir noch drei Dinge ein die ich auch aufschreiben wollte, nun zu dem einen komme ich noch. Aber nun etwas chronologisch, das Frühstück war gut und alles da zum ersten Mal gab es was ähnliches wie Nutella. Habe auch noch ein Brötchen für unterwegs geschmiert, Gott sei Dank, kann man nur sagen, aber da komme ich später zu.

Als wir denn nun aufbrachen war es mit einem weinenden Auge und einem lachenden Auge. Nun das weinende, weil dass Land mir mit seinem Essen und den Menschen hier so gut gefallen hat, das lachende weil nun Santiago in so greifbare Nähe rückt. Unser Weg führt uns noch einmal durch die Altstadt von Valanca. Dann noch eine steile Treppe hinab und über eine Eisenbrücke … und man ist in Spanien. Sehr unspektakulär…

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Und und noch ein Blick zurück nach Valenca …

 

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Vie Va Espania …

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Unser Weg führt und durch kleine Gassen durch Tui, man das mit den Anstiegen hier so früh am Morgen, man hat sich doch noch gar nicht richtig warm gelaufen..

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… oben angekommen noch kurz in die Kirche einen Stempel in den Pilgerpass und weiter denn der Küster, wenn er denn einer war wollte uns nicht weiter in die Kirche lassen, aber egal, wir müssen ja auch weiter, denn es sollte heute wieder sehr heißer Tag werden.

aus der Stadt raus waren unsere Wege wieder ein Traum und konnten an idyl an die letzten Tage anknüpfen.

Die Wege gingen an Bachläufen vorbei, über kleine Brücken. So macht das wieder einen heiden Spaß.

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Es war die ersten 2 Stunden so, aber dann stellt sich der Appetit auf einen Kaffee ein und es wollte keine geeignete Herberge kommen. Nach einigerzeit kam eine kleine Kirche, wo wir etwas uns ausruhten, da kamen auch Griselde und Dinise vorbei und wir klönten ein bisschen, denn Michael und Susanne haben uns auch noch ein paar Erlebnisse mit ihnen erzählt. Nach guten 5 Minuten brachen sie auch schon auf und wir machten uns langsam bereit weiter zu gehen, da kamen Michael und Susanne vorbei. Da sie auch nicht rasten wollten gingen wir ein Stück zusammen. Hier bei ging es an einer Asphalt Bundesstraße entlang, so würde diese triste Strecken mit Gesprächen verkürzt. Kurz nach dem wir die Hauptstraße wieder verließen, gingen wir alleine weiter, in der Hoffnung nun endlich eine ausgiebige Rast machen zu können. Pustekuchen, es ging durch kleine Dörfer ohne wirkliche Zivilisation… da dachte ich schon super Spanien. Na ja einen einem öffentlichen Pilgerrastplatz mit Trinkwasser haben wir dann später gerastet und wer war grad da, Himmel und Hölle – ich meine Griselde und Denise. Hier wurde das Brötchen von morgens genüsslich verspeist. Während ich mich dann kurz auf der Isomatte einen Schattenplatz für ein Nickerchen gesucht habe, klönte Beate ein bisschen mit Ihnen. Ach, bevor ich es vergesse, noch kurz zu Michael und Susanne, die erzählten uns, dass sie vor vier Tagen Geburtstag hatte und das ganze Restaurant hatte ein Ständchen gebracht, und sie wollte dann allen einen kurzen als Dank ausgeben, jedoch Verstand der portugiesische Keller wieder nur Bahnhof und brachte allen ein Karttoffelsuppe – und diese Story hatte wir schon von Axel und Ina gehört die waren vor Ort und haben das mit erlebt. Die kannten aber Michael und Susanne nicht … So klein ist die Welt.

Aber nun weiter. Griselde und Denise machten sich vor uns auf den Weg den wir 10 Minuten später auch antraten, Es waren ja noch gut 9 km zu laufen. Und was wieder bei einer Affenhitze. So ab eins macht es keinen wirkliche große Freude mehr und man läuft von Schatten zu Schatten und Freud ich wenn der Wind einem etwas Abkühlung bringt. So kurz vor Ziel genau 3,6 km gab es eine kleines Pilger Café und wir machten unsere längst überfällige Kaffeepause.

Dann das weiter gehen war eine Qual und meine Waden schmerzten, Sportler würden sagen: Der Muskel machte zu. So setzte ich mir die Kopfhörer auf und versuchte damit abzuschalten …  Das gelang so gut das ich während des Wanderns tanzte und es machte wieder Spaß – keine Schmerzen. So wurde es ein Walkingtanzschritt. Es machte richtig Spaß und wir waren schon auf der Ausfallstrasse, so dass viele Auto vorbei kamen und teilweise winkten, weil ich, obwohl ich fertig war, total fröhlich tanzend des Weges ging. Die dachten bestimmt, der hat bestimmt ein bisschen zu lange in der Sonne gepilgert. Dem war ja auch so. Aber mir hat es Spaß gemacht …

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Dann haben wir im Stadtkern eine günstige Unterkunft gefunden, hier sind auch ein Rentner Pärchen welche auch zuvor in Valenca im selben Hotel waren, abgestiegen.

Noch kurz ruhen, frisch machen und endlich was richtiges Essen, nun es war nur ne Pizza. Aber lecker.

Trotzdem wir wieder einen anstrengenden Tag hatten und auch unterwegs nur wenige getroffen haben, von unseren Bekanntschaften – wieder ein wunderschöner Tag.

Ich freue mich auch schon wieder auf den nächsten Tag, auch wenn es ab Mittags nicht mehr die große Freude ist.  Es soll 31 Grad werden.

Beate sagt immer Sie will nicht ankommen – nun das hat den Hintergrund, dass der Weg so schön ist und dann alles vorbei. Aber ich sage ich werde dort erwartet. Nun evtl. auch ein zweites Mal, obwohl ich nun wohl die schönste Strecke nach Santiago Laufe …. und diese Erlebnisse, kann man das toppen?  Oder gar kaufen, lass mich kurz überlegen …. NEIN.

Oh,  jetzt ist es wieder so lang geworden … dabei wollte ich mir kurz fassen.

Liebe Grüsse

Lemmy

P.S.: … Ich hoffe, der spanische Abschnitt wird genaues schön, wie der portugiesische Anfang. Ach bevor ich es vergesse, heute waren es gute 24,9 km und nur noch ca. 93 km bis Santiago. Verzichte heute auf Korrektur lesen …. Ich bin müd. Gute Nacht.

Das Bild der App:

folgt später …

Wen es interessiert, es gibt ne‘ Link zu unserer Route mit meinen Bildern. Für jeden Tag, vielleicht stelle ich Sie hier mal ein … Auf Anfrage auch gern per Mail.

 

 

 

 

 

… Tag 7

Tag 7

Es war eine ruhige Nacht mit gut acht Stunden Schlaf. Die ersten Meter zum Bad sind immer etwas holprig und man geht wie Pinocio, aber schon zurück hat man sich eingelaufen. Wir wollten auch recht früh los denn unsere Etappe fällt gut 2 km länger aus, weil wir direkt am Anfang von Rubias unsere Herberge haben. Das Frühstück war sehr überschaubar 2 Brötchen, 2 Scheiben Käse, wo mir dann noch eine von der polnischen Pilgerin weggegessen wurde, die an der Frühstückstafel neben mir saß.
Nun gut dann waren die restlichen drei Brötchen hälften mit Erdbeere Marmelade, der Kaffee war auch sehr dünn … Aber egal was soll’s.

Nach den ersten 2 km kamen wir an den Dorfsupermarkt und wir können unsere Wasservorräte auffüllen. Hier trudelten alle ein, das Hamburger Pärchen, der Bänker aus Karlsruhe, der wie er mir verriet auch Stephan heißt, aber mit ph eben. Der Himmel (jetzt weiß ich den Namen auch wieder, sie heißt Griselde, den Namen kann man sich doch auch kaum merken …) und noch ein paar die wir mehrmals auf den Weg getroffen haben. Es war wunderschön wir hatten nur einen leichten Anstieg bis auf 220 Meter und deutlich bessere Wege als den Tag zuvor, die ersten 10 km vergingen wir im Flug. Und es machte wieder richtig Spaß. OK ein paar recht steinige Wege waren auch dabei, aber eben im Rahmen und landschaftlich knüpfte der Tag an die letzten drei wieder nahtlos an.

 

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Wir haben die ersten 10 km auch in gut 2 Stunden bewältigt, aber es fehlten noch gut 10km. Nach gut 2 km hatte man den ersten Blick auf Valenca.

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Es sah so nah aus, aber dann die letzten 8 km zogen sich und die Sonne Stand im Zenit, dass das Laufen sich so langsam etwas schwerer gestaltete und es kam keine geeignete Lokalität zum Pausieren, und ich stand noch auf den zwei Brötchen vom kargen Frühstück und der Bauch knurrte schon und ich wollte unbedingt mal aus den Schuhen raus, nach elendigen 4,5 km durch die Vororte von Valenca lag endlich ein schönes Restaurant auf dem Weg, es gab für mich einen Ham Steak, ich hatte mit einem Schnitzel gerechnet, so sah es auch dem Bild in der Speisekarte aus, war aber ein Fisch in Eipanade, welcher aber hervorragend geschmeckt hat. Auch hier waren die Kanadischen Frauen aus unsere Herberge von zuvor, am Essen. Nach einiger Zeit kam Dana um die Ecke und gab uns Ihre Email Adresse und ihren Namen auf Facebook, und sagte sie würde sich freuen wenn wir ihr mal schreiben oder mal ein Bild senden. Sie hatte extra ein kleine Visitenkarte geschrieben, echt süß von ihr.

 

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Dann noch 3.6 km bis in die Innenstadt, diese zogen sich wieder, denn es ging immer wieder kleine Strässchen auf Kopfsteinpflaster und das in praller Sonne mit wenig Schatten. Sehr kräfteraubend. In der Stadt angekommen, ist mir erstmal eine MAPFRE Agentur aufgefallen, bin auch gleich mal rein und habe mir hier einen Stempel für mein Pilger Pass geben lassen. Leider sprach der Kollege nur portugiesisch. Aber was will man von einem Portugiesen erwarten …

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Jetzig waren es nur noch wenige hundert Meter und wir kamen an einem Hotel vorbei welches auch tags zuvor uns empfohlen wurde. Schönes Zimmer und Bad mit Dusche, wie man sich auf solche Selbstverständlichkeiten freuen kann.

Nach dem wir uns frischgemacht und ausgeruht hatten gingen wir los in die Altstadt um hier nochmal ne Apotheke/Bank/Supermarkt aufzusuchen und wir wollten gerne einen schönen Eisbecher essen. Nun mit Eisdielen haben es die Portugiesen wohl nicht so, dann haben wir und ein Restaurant ausgesucht in der Altstadt fürs Abendessen, wir saßen kaum drei Minuten da kamen Michael und Susanne aus München (am Tag 5 hatten wir uns kennengelernt) und setzten sich zwei Tische weiter hin, als ich sie namentlich begrüßt habe, erkannten sie uns und fragten, ob wir uns nicht zusammen setzten wollten, ein uriges Pärchen. Sie ist Musiklehrerin und sie sind vor sieben Jahren angefangen zu wandern. Es war einfach so toll, wie sie über sich erzählen was sie auf dieser und den anderen Pilgertouren erlebt haben. Es war wieder ein äußert geselliger Abend.

Hier noch ein Blick auf Tui (Spanien) unsere erste Stadt auf der nächsten Etappe.

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Noch kurz zu Portugal, wo wir nun die letzten 7 Tage verbracht haben, es war unheimlich schön hier, gerade im Landesinneren, welches man sonst in einem Badeurlaub nie erfahren würde. Die Portugiesen sind äußert freundlich gewesen und waren sehr hilfsbereit, und wenn einem wie es heute passiert ist 20 Cent zum Kaffee fehlten, reichte auch 1.80€ für zwei Kaffee amerikano. Auch wurden nicht immer alle Getränke bei uns abgerechnet, ob es daran lag, weil wir Pilger waren, ich weiß es nicht. Ein für Pilger sehr gastfreundliches Land. Allerdings könnten Sie wenn Sie schon kein Deutsch sprechen, wenigsten Englisch können, aber das vermisse ich hier, obwohl wir oft mit jungen Menschen zu tun hatten. Aber es ging auch so. Evtl. würde ich das nächstemal etwas portugiesischen lernen um wenigstens die wichtigen Dinge kaufen zu können.  Das spart Zeit ….

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Der Weg hat wirklich was magisches, so viele Menschen von überall her, allehaben das gleiche Ziel und machen ihren Weg, jeder seinen, aber doch alle irgendwie gleich…. denn alle wollen in Santiago ankommen.
Der eine geht wie Susanne und Michael, eher unkonventionelle von Kirche zu Kirchen und flötet dort, das hatte sie auch am Tag 5 auch getan, hatte es aber glaube ich nicht erwähnt. Aber egal. Man kann gar nicht alles aufschreiben, jeder Tag gibt mir so viel neue Eindrücke, ich hätte das nicht gedacht und jeden Tag geht man an seine Grenze der Belastbarkeit und wenn man wieder frisch geduscht und gesättigt auf dem Hotelbett liegt, Freud‘ man sich auf den nächsten Tag.

Ich sitze nun jeden Abend hier mit meinem iPad und schreibe so über meinen Tag und versuchte alles einmal Revue passieren zu lassen. Es sind immer sehr bewegen Momente … einfach schön, Ich weiß gar nicht, ob man das überhaupt Urlaub nennen darf? Denn von Urlaub hat es nicht viel …

Ich wünsche allen einen schönen Abend, ich muss jetzt noch mal eben in die Lobby und über WLAN diesen Blog hochladen …

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Liebe Pilger Grüße aus Valenca

… Lemmy
P.S.: Es waren heute 21,7 km, was eine Gesamtleistung von ca.140 km ist und es ist der letzte Abend in Portugal, morgen geht nach 2-3 km nach Spanien und Santiago ist nicht mehr weit. Wir haben mehr als die Hälfte geschafft und wenn alles gut verläuft – treffen wir Sonntag in Santiago ein. Evtl. bleibt dann noch Zeit um mit dem Bus bis ans ‚Ende der Welt‘ zu fahren, das wäre ein krönender Abschluss . Aber dazu mehr wenn es so weit ist.

Und hier die Strecke aus der App:

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… Tag 6

Tag 6
Eine prima Nacht mit 8 Stunden Schlaf, wenn ich das richtig verfolgt habe, konnten wir beim Songcontest nicht so gut abschneiden … Dank dem Fernseher auf unserem Zimmer.
Als erstes mussten wir eine Möglichkeit finden zu frühstücken, diese bot sich in dem letzten Café, bevor wir wieder auf den Camino weitergehen.
2 Brötchen mit Käse und Kochschinken und 2 Café Amerikano, ansonsten bekommt man bei Café einen Espresso. Wir hatten das Gefühl schon die letzten zu sein die Ponte de Lima Richtung Rubias verlassen. Die ersten 9,6 km waren traumhaft schön, waren sehr schattig und wunderbar zu laufen.

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Dann machten wir bei Café Nunes kurz halt und trafen, unsere Pilger aus Halle, Dana aus Rumänien, ein Holländer Pärchen welches auch in Arctos mit uns im Hotel war, ein Pärchen aus Hamburg, hier wurde noch einmal dafür gesorgt das wir genügend Wasser mit nehmen, denn bis kurz vor Rubias kommt keine Möglichkeit mehr dazu. Nun kurz nach unserer Pause ging es stetig bergauf, aber es waren oft sehr schattige Wege.

Nach gut 4 km ging es auf die Höhe von über 400 Metern. Teils über halsbrecherische Wege, die als solche kaum zu erkennen waren. Wenn ich mir vorstelle es hätte geregnet, wäre das ein besonders gefährlicher Aufstieg geworden. Aber die Aussicht war atemberaubend schön …

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Die Fotos die ich gemacht habe geben gar nicht wieder wie steinig es war.

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Oben auf der höchsten Stelle haben wir noch 2 Pilgerinnen aus Hamburg kennengelernt. Ein uriges Gespann, die Mutter hat einen Namen, naja den habe ich noch nie gehört, ich weiß nur noch das er mit G. anfing, aber wir könnten sie auch Himmel nennen. Die Tochter hieß Denise, McGayver wäre passender gewesen. Zwei Hamburger eben. Und Last Blut not lebst, Dana unsere kleiner Schatten, sie läuft uns ständig über den Weg.

Dann nur noch 5,6 km, aber nun bergab. Zum Glück waren die Abwärtspassagen nicht so schlecht wie die bergauf. Auch hier waren viele km schön im Schatten zu laufen. Und was mich sehr gefreut hat, keine Schmerzen, denn auch auf dieser Tour habe ich reichlich Wasser getrunken und bin froh das ich mit ein Trinksystem für in den Rucksack gekauft habe, hier passen gut 2 Liter hinein und man trinkt häufiger, weil man nicht die Flasche rauskamen muss oder sie gar in der Hand die ganze Zeit halten muss.

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Auch meine Schuhe sind für diese Tour hervorragend geeignet, bis jetzt ohne Probleme und toi toi keine Blasen. Der halt auf den heute sehr steinigen Passagen war auch sehr gut,

Angekommen in Rubias (insgesamt waren es heute 20,7 km) haben wir direkt am Ortseingang ein Zimmer bekommen. Hier wird unsere Kleidung auch gewaschen. Um sieben hat uns der Shuttle vom Restaurant abgeholt, uns und die Düsseldorfer Pilger Gruppe ohne Gepäck, die schicken nämlich ihr Gepäck von Hotel zu Hotel, na ja jeder geht seinen Weg mit oder ohne Gepäck, übrigens habe ich hier die letzten 4 Tage sonst keinen gesehen ohne Gepäck. Aber es muss jeder nach seinem gut dünken den Weg gehen.

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Im Restaurant haben wir alle wieder getroffen, Ina und Axel aus Halle, Dana, den Juristen, den wir so getauft haben, weil Beate einen Juristen in der Firma hat der auch so spricht und sich so verhält und wir haben ihn gefragt – er ist Jurist, heißt Michael und kommt aus Puhlheim. Hatten wir einen Spaß. Der Bänker aus Karlsruhe. Und der Himmel und McGayver waren auch im Restaurant. Und noch ein paar andere, die wir auch schon öfters unterwegs den ‚Don Camino‘ gewünscht haben.
Ina und Axel sind super sympathisch und haben uns ihre Geschichte des kennenlernen erzählt, da könnt Rosamunde Pilcher eine super Liebesgeschichte raus drehen. Mit dem Titel: Die Macht des Campinos.

Das Resümee dieses Tages: Es war ein grandioser Tag, Den Weg zu laufen und so viele nette Menschen kennenzulernen. Am Abend sind die ganzen schweren Aufstiege, die wir heute gemacht haben, alle vergessen und man freut sich auf den nächsten Tag.

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Sonnige Grüße aus Rubias.

… der (fusslahme) Lemmy ‚und diesmal in Klammern, weil ich es nicht mehr bin!‘

Hier noch die Route von heute aus der App:

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… Tag 5

Tag 5
Wieder 8 Stunden hervorragend geschlafen. Welch‘ ein Wunder nach der Flasche Wein zum Abendessen. Es haben noch am Abend zuvor ein Pärchen gegen 21:20 Uhr auch in unserem Hotel eingescheckt… die haben wir dann um 8 Uhr beim Frühstück kennen gelernt. Sie kommen aus Halle an der Saale. Sehr nettes Pärchen, von Ihr habe ich die Empfehlung bekommen noch mehr zu trinken. Die Schmerzen in den Schienbeinen kommen vom zu wenig Wasser trinken. Das habe ich auch gleich beherzigt und mein Trinkpensum verdoppelt, schon fast verdreifacht, nun ich bin heute auf 3.5 Liter gekommen und die Schmerzen waren fast nicht da oder besser gesagt sehr erträglich.

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Dies hat den heutigen Tag zu dem besten, der bisherigen Tour gemacht, es war landschaftlich bis jetzt die schönste und die Wege haben richtig Spaß gemacht. Obwohl wir auf 26 km gekommen sind und wenn man die Hotel Suche dazu zählt sogar 27,9 km. Auch heute haben wir ein junges Pärchen beim Mittagessen aus Augsburg kennengelernt, ihnen haben wir sogar ihr Handyladekabel hinterhergetragen, welches Sie beim Mittagessen liegen lassen hat. Als wir Sie eingeholt haben, 5 km später, haben sie sich sehr darüber gefreut und hatten den Verlust noch gar nicht bemerkt..
Unterwegs liefen uns noch ein Pilger aus den USA und ein Pärchen aus Brasilien über den Weg. Dann noch Susanne und Michael aus München, das bemerkenswerte Sie lief in Sandälchen.

Es war ein traumhafter Weg und bei den Pausen liefen uns immer wieder dieselben Pilger über den Weg. Auch ein Bänker aus Karlsruhe, den wir abends zuvor in der Pilgerherberge gesehen haben, er ist heute zu erst nach Barcelos mit dem Taxi. Neue Schuhe gekauft und mit dem Taxi zur Herberge zurück, wie er mir in der Mittagspause berichtete als wir ihn dort wieder trafen.
Das Essen heute Mittag war auch Klasse.

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Auch unser kleine Rumänin, sie heißt Dana und ist nicht 23 sondern dreißig, wie der Ort heißt habe vergessen, aber wir habe Sie heute mehrmals getroffen, wir hatten fast denselben Pausen Rhythmus.

Und wie sollte es wieder anderes sein, sie letzten 3 km zogen sich wie ein Kaugummi, und als wir endlich in Ponte de Lima eintrafen, hatte das Hotel welches wir uns ausgesucht hatten, kein Zimmer mehr frei. Da wir so groggy waren wollten wir auch nicht unbedingt in die Herberge, sodass ich durch eine freundliche Holländerin den Tipp für ein Zimmer bekam, nun deshalb sind aus 26 km nun doch 27,9 km geworden. Aber wir haben es wieder sehr schön getroffen. Große Zimmer mit schönem sauberen Badezimmer.
Nur für unser Frühstück müssen wir wohl ein Café aufsuchen, aber egal. Wir hätten auch die Besenkammer für den Busfahrer genommen.
Für morgen ist wieder ein zeitiger Aufbruch geplant, damit wir nicht soviel in der Sonne laufen müssen. Werde jetzt gleich noch versuchen das Hotelzimmer für morgen schon heute zu reservieren, damit uns nicht das gleiche passiert wie heute.
Und eins noch die Pilger aus Halle von der Saale hatten gesagt, je näher man nach Santiago kommt, zieht es, ich hatte heute zweimal dieses Gefühl. Irgendwie komisch, aber es war so, ich hoffe das Gefühl kommt auf jeder Etappe öfter.

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Sonnige Grüße aus Ponte de Lima.

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… der (fusslahme) Lemmy

‚diesmal in Klammern, weil der Tag so schön war!‘

P.S.: bevor ich es vergesse, als wir an der Promenade hier im Ort eine Pizza zu Abendessen hatten, liefen einige vorbei, die wir bereits unterwegs gesehen haben oder die auch in vergangenen Hotels waren, obwohl wir nicht gesprochen haben, haben wir uns erkannt und freundlich gegrüßt. Der Weg ist wirklich Klasse. Ich kann es jedem nur empfehlen es auch mal zu machen.

Hier noch die App:

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… Tag 4

Tag 4

Heute wieder gut 8 Stunden geschlafen, nach einem einfachen Frühstück ging es los auf die nächste Etappe. Erst durch Barcelos mit einer wunderschönen Innenstadt, aber dann.

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Die ersten 6,5 km waren eine Qual. Die Schienbeine schmerzten ungemein, es war kaum auszuhalten und dann ging es bergauf und ab.
Wir machten an einer kleinen Snackbar halt und ich nahm ein Tablette gegen die Schmerzen, es hat geholfen, auch wenn es vielleicht nur mental so war, die Berge konnten kommen wie sie wollten. Es lief wie am Schnürchen, so dass ich fast den schweren Start vergaß.

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Nach gefühlten zig km bergauf erreichten wir eine schöne Pilgerherberge, wo man uns sagte das die nächste Pilgerherberge in ca. 10 km nur 10 Betten bot. Nach einem Anruf dort war klar, das dort kein Platz mehr für uns zu reservieren war. Es bot sich 3,3 Kilometer weiter ein weiteres Pilgerhotel an. Aber auch diese nur 3,3 km waren der blanke Wahnsinn bergauf und gefühlte 30% bergab.
Auf diesen Letzten Metern habe ich schon gedacht, wenn das so weiter geht kommen wir nie in Santiago an. Bis jetzt haben wir gut 79 km hinter uns gebracht ( 1. Tag: 17,9km, 2. T.: 22,1 km, 3. T.: 21,3 km) und heute 17,7 km, wobei diese sich angefühlt haben wie 30 km. Wir sind nun schon recht früh in dem Pilgerhotel angekommen. Vielleicht können sich meine Schienbeine sich nun etwas mehr erholen, denn auch ist es für morgen geplant recht früh zu frühstücken und dann direkt los zu wandern. Das wir bis die Mittagssonne da ist, dass meiste unserer Etappe erledigt haben könnten. Denn in der gleißenden Sonne zu laufen ist nicht angenehm und raubt einem die letzten Kräfte.

 

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Aber nun sind wir in einem alten portugiesischen Hotel neben einer kleinen Kirche. Haben ein Zimmer das uns praktisch ins 1900 versetzt, aber alles sauber und akkurat. Wir haben hier grad lecker gegessen und es gab eine Flasche Wein zum Essen, die ich fast alleine getrunken habe, was ich nun auch ein bisschen spüre, *grins*.
Ich habe nun die richtige Bettschwere … Obwohl ein oder zwei Gläschen hätten es mehr sein können …
Für morgen ist diesmal geplant schon um kurz nach 8 zu starten, dass wir bis 14-15 Uhr den Großteil unserer Etappe geschafft haben sollten, um der Mittagssonne aus dem Weg zu gehen.

Also angenehme Ruh … bis morgen.

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… der fusslahme Lemmy

P.S.: … bevor ich es wieder vergessen, diesmal eine ca. 23 jährige Rumänin auf dem Weg kennen gelernt, die uns mehrmals in Pausen überholte … wir Sie aber auch, denn Sie hatte Probleme mit ihren Füßen. Sie blieb in der letzten Pilgerherberge. Das verwunderliche ist, dass Sie mit äußerst kleinen Rucksack, Turnschuhen und alleine unterwegs war. Echt mutig.

image Hier die Etappen Übersicht.

 

 

… Tag 3

Ich glaube ich habe wieder 9 Stunden geschlafen, die Füße könnten sich ein bisschen erholen, wir hatten ein wunderschöne Pension in Arcos, war auch wohl die einzigste. Sind nach einem reichhaltigen Frühstück gestartet. Auf dem Foto sitze ich vor unserem Zimmer und warte darauf das wir losgehen, ich hätte da auch noch zwei Tage sitzen können …. aber der Flieger in Santiago wartet nicht.

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Endlich sind wir nicht mehr auf Hauptstraße unterwegs, wo man ständig Gefahr läuft überfahren zu werden, aber die unbefestigten Wege haben es in sich. Ich gehe sie sehr ungern denn ein falscher tritt und man knickt um.

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Auch die Strecken wo es bergauf geht haben es in sich, auf den ersten 12 km habe ich mich schon nahezu in einen Rausch gelaufen, ob bergauf oder bergab ich könnte alles in einem schnellem Tempo schaffen, ich würde sagen stark angefangen und am Ende aber auch stark nachgelassen.

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Und immer den kleinen gelben Pfeilen nach, es müssten Tausende sein.

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Nach gut 13 km gab es in einem Restaurant einen leckeren Pilgerteller und zur Belohnung ne Flasche Cola und einen Kaffe zum Abschluss für uns.

 

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Die letzten 2 km war es nur noch eine Qual und wo wir in Barcelos eingelaufen sind, hätte mich jeder 80 jährige überholt. Konnten hier wieder ein kleines Hostel auf dem Weg finden, es wurde vor 4 Wochen erst eröffnet, alles neu und super bequeme Betten und alles als wenn noch niemand im Zimmer geschlafen hätte. Ein wirklicher geheim Tipp und das für 20€ mit Frühstück.

 

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Ich finde für den 3. Tag und wieder über 21 km ein achtbares Ergebnis. Aber meine Füße haben sich noch nicht daran gewöhnt jeden Tag so viel zu laufen, ich hoffe das passiert morgen. Was doch bei jedem Schritt schmerzt ist der Riss/Spann und die Schienbeine. Aber was soll’s es wird mich keiner Tragen…

Auf den letzten Kilometer war es nach jeder kleinen Rast ein quäl wieder loszulaufen …

Auf dem nächsten Bild kann man sehr schön sehen wie es bergauf und ab ging. Ich mag die App für morgen noch gar nicht anschauen, dann schlaf ich bestimmt gar nicht mehr ein …

 

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… aber wie gesagt der Weg ist das Ziel.

Ich könnte jetzt noch mehr schreiben, das wir die Frauentruppe aus der Eifel, die hinter uns im Flieger saßen getroffen und überholt haben, aber ich bin Max fertig.  Nach einem anstrengenden Tag hier noch ein paar sinnvolle Zeilen schreiben, ist doch schwieriger und benötigt ein bisschen Zeit … nun ja jetzt wird das auch bis Ende durchgezogen ….

…. Der fusslahme Lemmy

 

 

Der zweite Tag …

Nun ich habe gut geschlafen. Ich glaube fast 9 Stunden, der Tag gestern war doch sehr anstrengend. Dafür, das ich ein reiner Bürohengst bin, und kaum etwas zu Fuß erledige, muss ich feststellen das ich mich tapfer schlage.

imageMorgens nach dem Frühstück. So wie man mich kennt …

Das Einzige was Schmerzen bereitet sind die Schienbeine, keine Rückenschmerzen oder dergleichen. Was heute wieder nicht so schön war, ein Großteil der Strecke ging an schmalen Straßen entlang, wo die Portugiesen so schnell fahren als wäre es eine Rennstrecke. Später nach ca. 10 km ging es mehr auf kleinere Straßen die aber dann Kopfsteinpflaster waren oder gänzlich unbefestigt …

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Später waren die Füße so schwer, das des Öfteren eine kleine Pause gemacht wurde, wobei die Passagen wo es bergauf ging mir wenig Schwierigkeiten bereiteten und ich diese strammen Fußes bewältigen konnte, dafür waren die bergab Passagen nicht so schnell zu laufen.

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Aber man kommt nun in die ländliche Region von Portugal, und immer öfter Grüßen vorbeifahrende Autofahrer und Leute am Wegesrand.

image … und das Ziel vor Augen ‚Arcos‘

Was mich doch wundert man sieht wenig Pilger … Heute Morgen trafen wir auf zwei Frauen aus Schweden die heute gestartet sind, dann noch eine dreier Frauengruppe welche auch im Flugzeug hinter uns saßen, diese sind auch in der selben Unterkunft und wir trafen sie beim Abendessen. Diese sind heute erst gestartet, aber die sind auch mit dem Bus aus Porto rausgefahren, das war aber für uns keine Option, auch wenn es der Reiseführer so wohl denen empfohlen hat. Wenn man pilgert dann von Anfang bis Ende. Egal was der Reiseführer empfiehlt. Nun ja ich glaube, wenn ich zurück bin verkaufe ich das Auto und erledige alles zu Fuß oder besser ich kaufe ein neues Auto, lol.
Ich glaube eher das zweite. So die Füße brauchen Schlaf und ich auch, denn auch morgen ist wieder: Der Weg das Ziel.
Bis morgen
Euer Lemmy

 

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Der erste Tag

Heute klingelte der Wecker um vier. Wir hatten im Hotel Nähe des Flughafens übernachtet. 102€ für Übernachtung, 2x Frühstück und 2 Wochen parken ups und natürlich Shuttle zum Abflug Terminal.
Hammer Angebot Parkplatz P3 hätte 39€ die Woche gekostet.
Der Flug mit Ryanair war ok, jedoch 3.50€ für’n Kaffee.
Nun nachdem wir gelandet sind mit der Metro für 2,45€ bis in die Nähe der Kathedrale von Porto. Hier gab’s den ersten Stempel und dann ab den gelben Pfeilen nach. Das die erste Etappe so hart wird nur Asphalt und Kopfsteinpflaster und das auf Bürgersteigen so breit wie ne‘ Kiste Bier. Dann noch bergauf und bergab. Das bei 22C, aber sehr windig. Unterwegs müssten noch die Wasservorräte aufgefüllt werden. Aber positiv waren 2 Espresso für 1,20€.
Nun am ersten Tag wurden es 17,9 km wobei meine Tages Laufleistung bei 23 km lag, so mein Handy.
Ich habe das Gefühl ich habe Betonfüsse. Warum tut man sich sowas an. Mal sehn was die Füße morgen früh machen? Nicht das Sie sich einfach aus dem Staub machen. Ach gewogen habe ich mich vor Antritt auch, mal sehn, ob ich ein paar Kilo auf dem Weg lassen kann. So nun ist es 21 Uhr. Hoffentlich funktioniert der Bilder Upload.
Und der Weg ist das Ziel.
LG nach good old Germany…

Information satt ….

nun das alles ist zusammen mit dem Pilgerausweis gekommen. Soviel Informationen…

Habe aber noch nicht die Zeit gefunden alles zu lesen…🙈🙈🙈 (ob die Smileys auch übertragen werden)

Im Flugzeug und am Flughafen und auf dem Weg dahin wird sich bestimmt die Zeit finden  I Hope so.

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… noch 6 Tage …. =:)

… nur noch 6 Tage und ich habe nicht trainiert, obwohl ich es mir fest vorgenommen habe. Im Wohnzimmer sind alle Utensilien und Dinge ausgebreitet und müssen mit meiner Checkliste abgeglichen werden. Ich hoffe ich vergesse nichts …

Der Pilgerausweis ist von der Jakobus Gesellschaft auch angekommen, das Empfehlungsschreiben der Gemeinde ist auch schon besorgt. Werde nun noch mein iPad mit den Zugängen zum Blog testen, das ich alle Bilder und Erlebnisse hier festhalten kann.

 

Phase 1. der Vorbereitung… Das richtige Schuhwerk …

… denn Blasen möchte man nicht. Nun fündig geworden bin ich in Osnabrück, beim Trekking u. Outdoor Spezialisten Vagabund. Die Beratung war hervorragend, der Verkäufer nahm sich Zeit und gab sehr viele Tipps.

Hier habe ich fantastisch sitzende Wanderschuhe gefunden und ein paar Schurwolle Socken – richtig ein Paar – einen für rechts und einen für links – da reicht laut Aussage des Verkäufers – abends zu lüften weghängen – diese sollen nicht einmal riechen – und gewaschen sollen diese nur wenn sie schmutzig sind und dann vorzugsweise mit Haarwaschmittel – das hat man ja sowieso dabei.

In das Geschäft muss ich noch einmal, denn Rucksack und Schlafsack fehlen auch noch, allerdings wollte ich vorher mal alle Gegenstände zusammen stellen die ich auf die 14-tägige Pilgertour mit nehmen möchte.

… Pilgern?

… na ja für einen der zum Brötchen holen mit dem Wagen fährt …

… der Entschluss ist gefasst. Pilgern? Nach Spanien? Zu Fuss? Nun ja, für den Anfang ’nur‘ von Portugal nach Spanien mehr als 230 km. Nun ich weiß noch nicht worauf ich mich habe eingelassen. Die Flüge von Frankfurt nach Porto sind gebucht und zurück von Santiago nach Frankfurt 14 Tage später. Wenn ich den Rückflug erreichen will muss ich wohl von Porto nach Santiago pilgern.

Aber es muss gut geplant werden damit alles Reibungslos klappt.

cropped-sl-IMG_4721.jpg LG

Stefan