… Tag 10

Tag 10

Nach einer angenehmen Nacht, das Hotel war wirklich sehr gut mit tollem Bett und etwas mehr als 5 1/2 Stunden Schlaf, lag uns eine Strecke von etwas mehr als 18 km vor uns. Es ging einmal quer durch die Stadt und recht schnell mit moderaten Anstiegen über einen kleinen Berg, es waren schon ein paar schöne Wege die wieder sehr schön waren. Jedoch fing das nächste Zipperlein an, die Gurte und Polster brannten förmlich auf der Haut, dass der Rucksack nicht zu tragen war, da Beate ihn nicht tragen konnte, ich glaube sie wollte nicht … War umziehen angesagt, ich legte mein riesen Outdoor Handtuch über die Schultern und zog ein Polo drüber, mein Hemd war bis dahin schon komplett nass geschwitzt. So konnte die Tour doch ohne Schmerzen weiter gehen. Auch die Waden und die Ferse waren heute ausgesprochen, naja schmerzfrei wäre geprallt, oder man könnt gut damit laufen.

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Dann wieder bergab und auf Arcade zu, eine kleine Hafenstadt mit einer schönen Bucht. Hier nachdem wir durch den Stadtrand der Stadt gegangen sind ging es über einen kleine recht lange Brücke über die Bucht.

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Es war traumhaft schön hier, am Ende der Brücke war auch gleich ein kleine Café, und wir legten eine kleine Kaffee Pause ein.

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Die Pause war nötig denn es ging dann über den 2. Berg, der Weg führte über Waldwege mit recht viel Schatten. Es wurde bis dahin eine der schönsten Etappen. Wir mussten nur wenig Asphalt Straßen laufen.
Wir trafen unterwegs nur wenige Pilger die wir auf unsere Reise kennen gelernt haben, das holländische Pärchen lief uns förmlich mehrmals über den Weg, wobei wir immer ein paar Worte gewechselt haben. Auch Griselde und Denise hatte ähnliche Pausen und brachen in der Regel auf wenn wir am Rastplatz eintrafen. Sie empfahl uns auch eine alternativ Route an einem Bachlauf zu nehmen um nicht die letztem 6 km an der Hauptstraße zu laufen, das hätte den Tag bestimmt wieder uns vermiest, denn nichts ist langweiliger als an einer Hauptverkehrsstraße zu laufen. Nun bevor ich es vergesse nach Berg 2 kommt noch Berg 3 mit einigen recht steinigen Aufstiegen. Und genauso steile Abstiege, aber die Knochen spielten mit. Als wir nun Berg drei ich meine der war so gute 380 Meter. Das hört sich immer so wenig an, aber wenn man die Wege dazu sieht, vergeht einem das Lachen…

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Als dann Berg 3 auch überwunden war, war ein kleiner privater Rastplatz, den ein Rentner Betrieb, es gab ausreichend schattige Sitzplätze und kühle Getränke und Kaffee zukaufen. Der Rentner sprach akzentfrei Deutsch, ich glaube es war eine Auswanderer. Ein Gast sprach uns an, wo wir her kommen, er sei grad erst hierhin ausgewandert. Er kam aus Soest und hatte seinen 17 Jahre alten Mercedes GL mit Soester Kennzeichen vor der Tür stehen. Er sprach davon den Wagen jetzt zu verkaufen, da das ummelden über 1000€ Kosten solle. Der Wirt packte nun seine Auslagen weg und baute seine Angebotschilder Weg, Der Auswanderer sagte noch, das nun keine Pilger mehr kommen und deshalb wird jetzt Mittag gemacht. Da wir mit unserem Kaffee auch fertig waren, brachen wir auch auf um die letzten 6 km zu fressen …. Grrrr. Denn diese wie fast jede Etappe ziehen sich wie ein Kaugummi und wollen kein Ende nehmen ….

Nach gut 1 km ging es auf die alternativ Route am Bach entlang.
Hier kam uns ein älteres Rentnerpärchen aus Deutschland, die sich des Weges nicht sicher waren, denn hier waren keine Pfeile, wir zeigten Ihnen den Weg und sie waren froh, dass es nicht in der Mittagssonne auf Asphalt an der Bundesstraße weiter gehen musste. es war super schöner Weg und recht kühle weil immer Bäume da waren. Aber der Weg war deutlich länger … So, dass dann 25 km draus geworden sind, wir sind ja auch noch gut 1 km in Pontevedra eingelaufen um eine Unterkunft zu finden.

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Hier haben wir auch gleich Glück gehabt und ein passables Zimmer mit Frühstücks Buffet …. mal sehen was die Spanier darunter verstehen, ich glaube Lachs wird es nicht geben …

Auf dem Zimmer das übliche Ritual, aus den Klamotten raus, Füße hoch … Und ein kleines Nickerchen … in der Regel dauert es mit wieder frisch machen und frische Kleidung anziehen so 1 1/2 bis 2 Stunden, dann gehen meist die ersten Meter etwas schwer, aber dann läuft man sich wieder ein.

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Wir sind bis in die Altstadt gegangen, haben ne Kleinigkeit gegessen und 2 Klara und auf’m Rückweg noch schnell in den nahegelegenen Supermarkt, die Wasservorräte auffüllen.

Nun ich habe noch ein bisschen Wäsche gemacht und sie zum Trocknen vors Fenster gehängt, mal sehen, ob die morgen trocken ist.

Der Tag heute war ein einfach gelungener Tag in Richtung Santiago. Auch wenn man heute wenig von seinen Bekanntschaften wieder gesehen hat, aber in Santiago treffen sich alle wieder, und dann haben einige den selben Rückflug wie wir. Es liegt auch etwas daran, dass viele in den öffentlichen Herbergen schlafen und da wird in der Regel früher aufgestanden und wenn einer Aufsteht wird der Rest auch wach … dann stehen die meisten auch auf … das ist dann wenn wir uns ein Zimmer nehmen deutlich entspannter, dafür sind wir aber auch immer etwas später … und nehmen weil’s so toll ist noch die Mittagssonne mit ….

Wenn alles nach Plan läuft sind es nur noch drei Tage … die Zeit verging im Flug.
Es sind noch ca. 65 km bis Santiago, das hätte ich in den ersten drei Tagen nicht gedacht. Es gab einige Hochs und genauso viele Tiefs … die Hochs überwiegen alles.

Sonnige Grüße aus Pontevedra

LG Lemmy – praktisch schmerzfrei ….

P.S.: Eins noch, es sind uns zwei Jugendgruppen mit mehreren 15-16 jährigem Schülern über den Weg gelaufen, zuerst dachten wir es wäre ein Schulausflug, später trafen wir kleine Gruppen und sie berichten es wäre ein 11-tägiger Ausflug im Rahmen der Firmung. Na, das finde ich mal eine gute Idee, die Schüler gehen ihren Weg und das schon so früh, ich fand es gut. Einige der Schüler sagten auch schon direkt das sie nächstes Jahr wieder gehen wollen, wer weiß … die müssen die 100 km bis Santiago noch erstmal laufen. Das war für sie erst der 2. Tag. Obwohl so gut wie nix los war habe ich schon wieder so viel geschrieben … Es ist schon wieder 20 nach zwölf, noch eben in die Lobby da ist das Netz besser um das Blog hochzuladen. Deshalb spare ich mir heute wieder das nochmal zu lesen … Gähn.

3 Gedanken zu „… Tag 10“

  1. noch 3 Tage , was habt Ihr schon geschafft ! Klasse!
    Ich gehe jetzt zur Arbeit…. Ach nee…. Ich nehme das Auto *lol*
    Grüsse an Beate !
    Freu mich auf den nächsten Bericht
    Glg
    Petra

  2. Schöne Grüße aus der „Wanderfreien – Zone “ Rheine. Um euer Wetter kann man euch beneiden(nicht um die Qualen ) für die letzten 3 Tage drücke ich die Daumen

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