… Tag 12

Tag 12

Gestern war es doch noch spät geworden, aber es lag ja auch nur noch die vorletzte Etappe vor uns. Da sollten 5 1/2 Stunden Schlaf reichen. Wir sind um 9 aus dem Hotel los gelaufen, das Frühstück hatte heute einmal wirklich Buffet Charakter. Es fehlte an nichts, außer vielleicht etwas Lachs, aber das habe ich auf unserer Tour nicht vermisst. Hier war mir ein ordentliches Bett und eine Dusche viel lieber, man reduziert auf so einer Tour vieles nur auf das wesentliche und man braucht nicht viel um zufrieden zu sein. Ich weiß, wenn man wieder da ist wird es so sein das man doch wieder schnell in den Alltag verfällt. Nun denn, nachdem wir im Supermarkt unsere Wasservorräte aufgefüllt hatten. Ging es recht schnell aus der kleinen Stadt, wieder über schöne Wege mit sehr leichten Anstiegen. Und es war wieder ein Tag, wo das wandern viel Spaß gemacht hat, keine Schmerzen oder Wehwehchen. Ich glaube der Körper hat sich an die Belastung des täglichen Laufens so langsam gewöhnt. Es war auch immer eine freue die KM Steine zu sehen und sich zu freuen das Santiago immer näher rückt.

Er ging durch eine wach besiedelte Gegend, immer wieder durch kleine Wäldchen, oder mal an der Autobahn entlang, welche aber durch eine Art Hecken Bewuchs nur hörbar war, und es trotz alledem sehr schön war.

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Es ging durch kleine Dörfer an schönen Kirchen vorbei, bis es wieder einen doch recht langen Anstieg noch über einen Berg gehen musste, auch der folgende Abstieg war teilweise lang und zog sich Serpentinenartig durch einen Wald. Es Waren immer wieder weite Blicke in die schöne unberührte Natur … es muss schön sein hier zu leben, aber das sagt auch nur einer der aus einer Kleinstadt kommt wo es rundum nur Landwirtschaft gibt und alles förmlich dafür genutzt wird. Hier kommen auch viele Felder jedoch viel kleiner und diese werden dann durch schön angelegte Weinfelder unterbrochen, nicht alles so eine Monokultur wie es unsere Landwirte bei uns betreiben. Unterwegs trafen wir wieder auf die Firmungs Ausflügler aus Lörrach.

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Nun es war schöner wenn man sich alleine auf dem Weg befindet, denn so 15/16 jährige sind doch etwas lauter unterwegs. Da diese auch den nächsten Rastplatz belegten ging Beate vor … ich musste noch die Schuh wieder anziehen und wollte zur nächsten sichtbaren Kirche und dort rasten, nun als ich dort vorbei kam sah in sie nicht und ging weiter, nun als keine Beate zusehen war pausierte ich an einem Brunnen und versuchte sie zu erreichen, zuerst ohne Erfolg, aber dann klappte es und ich hatte sie verpasst, nun gute 1,5 km zurück laufen, war nicht so prickelnd so wollte ich an der nächsten Möglichkeit, wie ein Café oder Snackbar auf sie warten, das es fast 4 km werden hätte ich nicht gedacht, aber das nächste Örtchen bot einen kleine Snackbar zum warten und pausieren. Gut eine Dreiviertelstunde Stunde später, wurde die kleine Beate von Michael und Susanne bei mir abgegeben. Es waren jetzt nur noch 3,6 km bis zum Ziel. Es hat nach der Pause etwas gedauert, dass ich wieder in Tritt kam. Es lag wohl daran das man nicht so recht sich die Füße hochlegen konnte, dafür war die Snackbar nicht besonders geeignet. Nun egal die letztem km gingen auch vorüber.

Das einlaufen in die Stadt war von der Flussseite über eine kleine nicht einladende Straße, ich dachte schon was ist das für eine hässliche Stadt. Wir wechselten vom Weg auf die Hauptstraße um nach einer Übernachtung Möglichkeit zu schauen, nach 300 m kam ein Hinweis auf ein Hotel in einer Seitenstraße, auch diese war eher schäbig und meist von leeren Geschäften gesäumt. Aber das Hotel ist günstig hat schöne Zimmer und ein ordentliches Bad, was will ein Pilger mehr? Nach so einer Etappe möchte ich erstmal mich ne Stunde auf’s Ohr legen. Das konnte ich bislang jeden Tag tun, um ausgeruht dann noch mal los zugehen, was einkaufen und ne‘ Kleinigkeit zu essen. Als wir nun ins Zentrum kamen würden wir doch sehr überrascht, kleine Gassen mit vielen lokalen mit Stühlen und Tischen draußen, eine kleine Promenade vor der Kirche. Es war doch ein sehr schöne kleine Stadt. Hier trafen wir wieder auf Michael und Susanne, wir tranken ein Bier zusammen und sprachen über unsere Erlebnisse, auch Oliver vom Abend zuvor gesellte sich noch kurz zu uns. Wir verabschiedeten uns noch kurz zum Einkaufen und Michaels und Susanne wollten sich noch kurz frisch machen, als wir zur Promenade zurück kamen zum Essen, trafen wir auch unsere Hochzeitspärchen Stephan und Diana, und einige andere Pilger, die wir bereits unterwegs öfter getroffen haben. Wir entschieden uns für ein Lokal mit Hinweistafeln in Deutsch, das gute die Bedienung sprach auch ein bisschen Deutsch, wir hatten grad unser Essen auf , kam Michael, der Juri um die Ecke, sowie auch Michael und Susanne. Es war wieder eine sehr lustige Runde. Diese schönen Abende mit so netten Menschen werden mir bestimmt fehlen.

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Ich habe hier auch eine Tappas gefunden, die ich bereits gestern probiert habe, die mir sehr gut geschmeckt hat: Pimientos de Padrón. Einfach lecker …

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Nun noch eine Nacht und das wunderbare Erlebnis Santiago ist vorbei. Es stimmt schon der Weg ist das Ziel. Auf dem Weg erfährt und erlebt man so viel. Man kann gar nicht alles in Wort fassen und wenn man hier Sitz und diese Zeilen schreibt, ist man auch ein bisschen traurig, dass es vorbei ist, obwohl bis jetzt 12 Tage und keiner war wie der anderer, einige waren von Schmerz und Leid geprägt, andere waren so toll, weil man eine tolle Zeit mit super netten Menschen verbracht hat. Man war auch oft allein mit sich und der Natur, hat Frösche quaken gehört, Grillen gaben ihr Konzert, Vögel oder es war auch mal still und hörte nur wie sich Wanderschuhe durch über Stock und Stein bewegte … wie wird es morgen sein. Wenn man ankommt … Was werden sich für Gefühle in einem Regen? Oder ist es ganz so als wenn man in Rheine in die Stadt geht – ich glaub nicht und freu mich auf den morgigen Tag. Santiago ich komme und ich werde es schaffen und ohne vorher ein Trainingslager zu besuchen zu haben.

Liebe Grüße aus Padrón

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…. Lemmy

Der Weg ist das Ziel und wenn man das Ziel erreicht hat?

Dann kann ich nur sagen: Nach Santiago ist vor Santiago!

P.S.; Es waren heute gute 20 km, die sich auch wieder zu den schönsten Etappen Gesellen darf. Wenn jemand auch auf den Geschmack gekommen ist, kann ich nur diesen Weg empfehlen. Er ist traumhaft schön und wenn ich den schon schaffe, dann auch jeder andere …

Ein Gedanke zu „… Tag 12“

  1. Guten Morgen Stefan , ich habe bislang jeden Tag deinen Block mit wachsender Begeisterung gelesen und es ist spannend was ihr so jeden Tag erlebt. Ich wünsche Euch viel Spaß beim erreichen von Santiago.

    Ps.: wird dann auch Zeit das du wieder da bist, der Termin kann gebucht werden 🙂

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