… Tag 14

Tag 14

Ich habe heute ausgeschlafen und bin so auf 8 1/2 Stunden Schlaf gekommen. Ich glaube ich habe den Schlaf, den ich benötigte wohl nach geholt. Wir sind gestern insgesamt 34 km gelaufen, da wir uns ja noch die ganze Stadt, die Kathedrale und ein paar Sehenswürdigkeiten angeschaut haben. Das hatte ich schon vergessen zu schreiben, aber das war doch dem sehr emotionalen Tag gestern geschuldet.

Nun ich bin erst alleine ohne Frühstück los, Beate hat sich dem hervorragende Hotel Frühstück gewidmet, ich wollte noch einmal das ganz alleine für mich erleben. Ich bin einmal über den großen Platz der Kathedrale gelaufen und habe diese Stimmung praktisch erneut erlebt.

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Ich bin um die Kathedrale und habe mich in die Sonne gesetzt und mir einen Kaffee und einen frischen Orangensaft bestellt, leider gab es kein Frühstück. Aber die nette Bedienung bot mir zwei süße Mini Croissant an. Es war direkt in der warmen Morgensonne mit Blick auf die Treppen und einen riesigen Vorplatz, der früher, jetzt war er geplatzter, ein Pilger Friedhof war. Hier wurden alle Pilger beerdigt, die auf dem Weg nach Santiago gestorben sind. Es war schön alle zu beobachten, alle meist mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck. Nach dem Mini Frühstück bin ich noch einmal in die Kathedrale und habe den heiligen Jakobus umarmt. Ihn kann man über einen kleinen schmalen Zugang hinter dem Altar erreichen, er trägt einen güldenen Umhang mit bunten Steinen besetzt. Es ist eine kleine Stufe hinter ihm und man umarmt ihn von hinten. Das machen alle Pilger, die Santiago erreichen und sind nach dem erst angekommen, so heißt es.

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Danach traf ich mich mit Beate und wir setzten uns noch einmal in der gleiche Café in dem ich zuvor war, es war einfach ein schöner Ausblick von hier, ich hatte noch das iPad vom Zimmer geholt, weil ich vorher bemerkt hatte, dass mein Bericht vom 13. Tag nicht hochgeladen war, ich hatte Glück und das meiste war noch im Cache gespeichert und ich musste nur noch die Bilder dazu einfügen und erneut übertragen.

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Als wir die Treppen runter gingen trafen wir auf Susanne und Michael, ein Riesenhallo und wir sind dann zu einem Café, wo die Pilger aus dem französischen Pilger Pfad in die Stadt kommen, es war schön zu sehen, wie wir tiefen entspannt, beim Café und Bier saßen und die Pilger trafen teils ziemlich fertig oder befreit einlaufen. Einige schauten fragend umher, weil sie nicht wussten wo sie nun an der Kreuzung hin mussten. Von unserm Platz konnten wir einigen den Weg durch Handzeichen andeuten. Danach sind wir alleine noch ein bisschen durch die wunderschönen Gassen von Santiago gelaufen und haben noch einen Park mit einer Kirche besucht. Wir waren auch noch einmal in der Kathedrale, Beate musste auch noch Jakobus umarmen, ich habe es auch noch mal gemacht, doppelt hält besser.

Wir sind dann noch ein bisschen durch die Gassen gelaufen und haben noch ein paar Souvenirläden durch stöbert. Es gibt hier unendlich viel wie Santiago hier vermarktet wird. Wir haben uns mit Michael und Susanne zum Abendessen verabredet und wollten deshalb uns vorher noch ein bisschen im Hotelzimmer ausruhen. Auf dem Weg zurück trafen wir wieder auf Michael und Susanne, die zusammen mit Michael dem Juri, in einem Café saßen.

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Dabei hatten wir schon gedacht, dass wir Ihnen erst im Flieger zurück sehen würden. Da Michael sich schon mit weiteren Pilgern zum Abendessen verabredet hatte, beschlossen wir uns sich ihnen auch anzuschließen. Gesagt getan, nach kurzem Bierchen zusammen, habe wir uns doch noch ne Stunde ins Hotel zurück ziehenden können, ist doch auch ganz schön anstrengend ohne Rucksack durch eine Stadt zu laufen.

Es war auch heute ein wunderschöner Tag, man war zufrieden, angekommen zu sein. Alle Strapazen, Schmerzen waren auch schon fast vergessen, das einzige was daran erinnert ist der etwas komische Gang den ich noch habe, wenn man gesessen hat oder eine Treppe hinunter geht. Meine Füße sind noch nicht so, wie ich sie sonst kennen, die Kilometer stecken noch drin, ich hoffe das wird wieder besser. Es könnte auch sein, dass meine Füße schon wieder weiter wollen …

Aber der krönende Abschluss des Tages stand, nach unserem Nickerchen, uns noch bevor. Wir trafen erst Susanne und Michael vor unserm Hotel, um mit ihnen zusammen hier noch einmal dies kurz, mit uns anzuschauen. Es war früher der königliche Sitz, denn an diesem Platz vor der Kathedrale ist der königliche Sitz, das Regierungsgebäude und das Gebäude der Wissenschaft bzw. der Hochschule angeordnet.

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Als wir am Treffpunkt eintrafen, waren Michael (der Juri), Oliver, Diana und Stephan (das Pärchen auf der Hochzeitsreise), Anja (aus Memmingen ich hoffe ich habe es mir richtig gemerkt), Anja aus Ennigerloh, sowie Karin aus Berlin da.
Wir haben alle schon mal auf dem Weg getroffen, wenn auch nicht miteinander gesprochen, aber immer wieder erkannt und guten ‚Don Camino‘ gewünscht.
Michael und Beate gingen vor um das von Michael ausgewählte Lokal auf ausreichend Platz für uns zu prüfen. Als klar war, dass für alle Platz war wurde aufgebrochen. Es war ein kleines wunderschönes Lokal, wo wir in einem Garten hinter dem Lokal saßen. Das Essen war hervorragend und hat alle ausgezeichnet geschmeckt, eine hervorragende Wahl. Michael uns Susanne haben dafür eben ein Händchen …

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Der Abend war gefüllt von Erlebnissen und Anekdoten aus unseren Wegen. Man konnte, sich noch näher kennenlernen. Es war auch schön wie Anja aus Memmingen den Weg nach Santiago beschrieben hat. Es ist wie eine Schnitzeljagd, folge den Pfeilen zu dem Schnitzel, und alle folgen dem Weg zu dem Schnitzel, alle freuen sich auf das Schnitzel und nehmen den Weg zu dem Schnitzel auf sich.’Such das Schnitzel …‘ – Sie hat es so schön mit ihrem schwäbische Dialekt beschrieben, ich kann es gar nicht so gut hier aufschreiben, alle waren über ihre Interpretation begeistert – Dann endlich an dem Schnitzel angekommen, wundert man sich und sagt eigentlich bin ich doch Vegetarier und dann bekommt man in der Kathedrale noch Messer und Gabel gereicht und nun iss es …
Diesen Vergleich mit der Schnitzeljagd war einfach köstlich. Aber er umschreibt sehr schön den Weg, dessen Ziel es ist, denn jeder hat einen anderen Beweggrund sich auf die lange Pilgerung nach Santiago zu machen. Loslassen, festhalten, Ballast entledigen, die Sinne schärfen, sich zu entschleunigen und andere 1001 Gründe mehr. Es war ein schöner Abschluss eines schönen Wegs.

Ich freue mich schon auf morgen, es haben sich Grieseldes und Denise angemeldet, sie kommen morgen aus Finisterre zurück und wir wollen zusammen Mittag essen. Was die beiden noch wohl über die letzten Tage uns berichten können. Ich bin gespannt.

Und dann ist auch schon alles vorbei. Schade … aber ich freue mich auch schon auf Zuhause. Leonie und Elena fehlen mir sehr … Ich freu mich auf euch.
Ich hoffe, meine Berichte haben allen gefallen …

Würde mich freuen, wenn der eine oder andere meine Einladung annimmt und am Samstag vorbei kommt …

Schöne Woche noch …
Liebe Grüße aus Santiago

Lemmy

P.S.: demnach wird es morgen meinen letzten Bericht geben …. und wer mag, kann sich bei mir live die ganzen Bilder ansehen ….

2 Gedanken zu „… Tag 14“

  1. Hallo Stefan,
    ich bin erst heute dazu gekommen deine letzten Einträge zu lesen, da ich seit gestern auf meiner 6-tägigen Wandertour auf dem Rheinsteig zwischen Bonn und Wiesbaden bin. Ich weiß was es bedeutet jeden Tag in die Wunderschuhe zu steigen, den Rucksack aufzusetzen und los zu ziehen! Abends ist der Rucksack gefühlt schwerer als morgens, obwohl 2 Liter Wasser und Verpflegung raus ist. Man ist ko und froh aus den Schuhen raus zu kommen! Aber das Gefühl über das Geschaffte, die Erlebnisse unterwegs und des Ankommen überwiegen wirklich jedes Wehwehchen. Ich habe jeden Respekt vor dir! Das du es untrainiert durchgezogen hast und es geschafft hast! Wirklich starke Leistung!
    Ich wünsche euch beiden, dass euer Erlebtes lange anhält und der Alltag noch lange fern bleibt!

    Liebe Grüße
    Heike

  2. Hallo ihr Lieben,
    Bin heute in Finisterre angekommen.
    Knapp 3 km vor dem ersten Strand, hoch oben auf dem Letten Berg mit Blick aufs Meer, habe auch ich mein Schnitzel gefunden und bin (vorerst) angekommen.
    habe auch beschlossen nicht mehr nach Muxia zu fahren. Ich bleib hier!
    Viele liebe Grüße!!

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