… Tag 7

Tag 7

Es war eine ruhige Nacht mit gut acht Stunden Schlaf. Die ersten Meter zum Bad sind immer etwas holprig und man geht wie Pinocio, aber schon zurück hat man sich eingelaufen. Wir wollten auch recht früh los denn unsere Etappe fällt gut 2 km länger aus, weil wir direkt am Anfang von Rubias unsere Herberge haben. Das Frühstück war sehr überschaubar 2 Brötchen, 2 Scheiben Käse, wo mir dann noch eine von der polnischen Pilgerin weggegessen wurde, die an der Frühstückstafel neben mir saß.
Nun gut dann waren die restlichen drei Brötchen hälften mit Erdbeere Marmelade, der Kaffee war auch sehr dünn … Aber egal was soll’s.

Nach den ersten 2 km kamen wir an den Dorfsupermarkt und wir können unsere Wasservorräte auffüllen. Hier trudelten alle ein, das Hamburger Pärchen, der Bänker aus Karlsruhe, der wie er mir verriet auch Stephan heißt, aber mit ph eben. Der Himmel (jetzt weiß ich den Namen auch wieder, sie heißt Griselde, den Namen kann man sich doch auch kaum merken …) und noch ein paar die wir mehrmals auf den Weg getroffen haben. Es war wunderschön wir hatten nur einen leichten Anstieg bis auf 220 Meter und deutlich bessere Wege als den Tag zuvor, die ersten 10 km vergingen wir im Flug. Und es machte wieder richtig Spaß. OK ein paar recht steinige Wege waren auch dabei, aber eben im Rahmen und landschaftlich knüpfte der Tag an die letzten drei wieder nahtlos an.

 

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Wir haben die ersten 10 km auch in gut 2 Stunden bewältigt, aber es fehlten noch gut 10km. Nach gut 2 km hatte man den ersten Blick auf Valenca.

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Es sah so nah aus, aber dann die letzten 8 km zogen sich und die Sonne Stand im Zenit, dass das Laufen sich so langsam etwas schwerer gestaltete und es kam keine geeignete Lokalität zum Pausieren, und ich stand noch auf den zwei Brötchen vom kargen Frühstück und der Bauch knurrte schon und ich wollte unbedingt mal aus den Schuhen raus, nach elendigen 4,5 km durch die Vororte von Valenca lag endlich ein schönes Restaurant auf dem Weg, es gab für mich einen Ham Steak, ich hatte mit einem Schnitzel gerechnet, so sah es auch dem Bild in der Speisekarte aus, war aber ein Fisch in Eipanade, welcher aber hervorragend geschmeckt hat. Auch hier waren die Kanadischen Frauen aus unsere Herberge von zuvor, am Essen. Nach einiger Zeit kam Dana um die Ecke und gab uns Ihre Email Adresse und ihren Namen auf Facebook, und sagte sie würde sich freuen wenn wir ihr mal schreiben oder mal ein Bild senden. Sie hatte extra ein kleine Visitenkarte geschrieben, echt süß von ihr.

 

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Dann noch 3.6 km bis in die Innenstadt, diese zogen sich wieder, denn es ging immer wieder kleine Strässchen auf Kopfsteinpflaster und das in praller Sonne mit wenig Schatten. Sehr kräfteraubend. In der Stadt angekommen, ist mir erstmal eine MAPFRE Agentur aufgefallen, bin auch gleich mal rein und habe mir hier einen Stempel für mein Pilger Pass geben lassen. Leider sprach der Kollege nur portugiesisch. Aber was will man von einem Portugiesen erwarten …

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Jetzig waren es nur noch wenige hundert Meter und wir kamen an einem Hotel vorbei welches auch tags zuvor uns empfohlen wurde. Schönes Zimmer und Bad mit Dusche, wie man sich auf solche Selbstverständlichkeiten freuen kann.

Nach dem wir uns frischgemacht und ausgeruht hatten gingen wir los in die Altstadt um hier nochmal ne Apotheke/Bank/Supermarkt aufzusuchen und wir wollten gerne einen schönen Eisbecher essen. Nun mit Eisdielen haben es die Portugiesen wohl nicht so, dann haben wir und ein Restaurant ausgesucht in der Altstadt fürs Abendessen, wir saßen kaum drei Minuten da kamen Michael und Susanne aus München (am Tag 5 hatten wir uns kennengelernt) und setzten sich zwei Tische weiter hin, als ich sie namentlich begrüßt habe, erkannten sie uns und fragten, ob wir uns nicht zusammen setzten wollten, ein uriges Pärchen. Sie ist Musiklehrerin und sie sind vor sieben Jahren angefangen zu wandern. Es war einfach so toll, wie sie über sich erzählen was sie auf dieser und den anderen Pilgertouren erlebt haben. Es war wieder ein äußert geselliger Abend.

Hier noch ein Blick auf Tui (Spanien) unsere erste Stadt auf der nächsten Etappe.

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Noch kurz zu Portugal, wo wir nun die letzten 7 Tage verbracht haben, es war unheimlich schön hier, gerade im Landesinneren, welches man sonst in einem Badeurlaub nie erfahren würde. Die Portugiesen sind äußert freundlich gewesen und waren sehr hilfsbereit, und wenn einem wie es heute passiert ist 20 Cent zum Kaffee fehlten, reichte auch 1.80€ für zwei Kaffee amerikano. Auch wurden nicht immer alle Getränke bei uns abgerechnet, ob es daran lag, weil wir Pilger waren, ich weiß es nicht. Ein für Pilger sehr gastfreundliches Land. Allerdings könnten Sie wenn Sie schon kein Deutsch sprechen, wenigsten Englisch können, aber das vermisse ich hier, obwohl wir oft mit jungen Menschen zu tun hatten. Aber es ging auch so. Evtl. würde ich das nächstemal etwas portugiesischen lernen um wenigstens die wichtigen Dinge kaufen zu können.  Das spart Zeit ….

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Der Weg hat wirklich was magisches, so viele Menschen von überall her, allehaben das gleiche Ziel und machen ihren Weg, jeder seinen, aber doch alle irgendwie gleich…. denn alle wollen in Santiago ankommen.
Der eine geht wie Susanne und Michael, eher unkonventionelle von Kirche zu Kirchen und flötet dort, das hatte sie auch am Tag 5 auch getan, hatte es aber glaube ich nicht erwähnt. Aber egal. Man kann gar nicht alles aufschreiben, jeder Tag gibt mir so viel neue Eindrücke, ich hätte das nicht gedacht und jeden Tag geht man an seine Grenze der Belastbarkeit und wenn man wieder frisch geduscht und gesättigt auf dem Hotelbett liegt, Freud‘ man sich auf den nächsten Tag.

Ich sitze nun jeden Abend hier mit meinem iPad und schreibe so über meinen Tag und versuchte alles einmal Revue passieren zu lassen. Es sind immer sehr bewegen Momente … einfach schön, Ich weiß gar nicht, ob man das überhaupt Urlaub nennen darf? Denn von Urlaub hat es nicht viel …

Ich wünsche allen einen schönen Abend, ich muss jetzt noch mal eben in die Lobby und über WLAN diesen Blog hochladen …

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Liebe Pilger Grüße aus Valenca

… Lemmy
P.S.: Es waren heute 21,7 km, was eine Gesamtleistung von ca.140 km ist und es ist der letzte Abend in Portugal, morgen geht nach 2-3 km nach Spanien und Santiago ist nicht mehr weit. Wir haben mehr als die Hälfte geschafft und wenn alles gut verläuft – treffen wir Sonntag in Santiago ein. Evtl. bleibt dann noch Zeit um mit dem Bus bis ans ‚Ende der Welt‘ zu fahren, das wäre ein krönender Abschluss . Aber dazu mehr wenn es so weit ist.

Und hier die Strecke aus der App:

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5 Gedanken zu „… Tag 7“

  1. Hi Stefan , meinen größten Respekt für deine bisherige Wegstrecke !!!! Egal wie anstrengend noch euer Trip werden sollte,bei den tollen landschaftlichen Bildern ist der Weg das Ziel … Und was man einmal gesehen hat,das kann ein keiner mehr nehmen ! Euch beiden weiterhin viel Erfolg

  2. Respekt Lemmy. Das hätte ich Dir nicht zugetraut. Schön zu lesen was Dir alles wiederfährt.

    Wir sind gerade am Gardasee und hier regnet es. Schick mal etwas Sonne rüber.

    Gruß Carsten

  3. Lemmy
    Ich ziehe echt den Hut vor dem was du / ihr da schafft.
    Ich lese jeden Tag deinen Beitrag als gute Nacht Geschichte ☺️

    Wo bleibt die heutige denn?
    LG der Scheini

  4. Respekt, Stefan und Beate – Alle Ehre! Dein Blog wird zur Sucht – wünschen Euch weiterhin viel Spaß! Euer Weg macht Lust und Laune zum Nachmachen! Viele Grüße Diana und Dietmar

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