… Tag 9

Tag 9

Nun die Nächte werden kürzer, obwohl ich das so nicht merke. So 5,5 Stunden. Das Frühstück war wieder sehr übersichtlich, ein Stück aus dem Baguette geschnitten getoastete Hälften mit Butter und Erdbeermarmelade.
Dafür waren wir recht früh unterwegs, so gegen 8 Uhr. Es war schön frisch und der Weg war angenehm schnell aus der Stadt raus, es bot sich auch eine alternativ Route an, die auch mit gelben Pfeilen markiert war. Gute 18 km lagen vor uns. Nur spürte ich schon einen leichten Schmerz in der rechten Wade … Bitte nicht dachte ich noch.

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Der Weg war wieder traumhaft schön, es ging schon leicht aufwärts. Am Fuße der nächsten bergauf Passage bot sich die Gelegenheit mit einem Kaffee sich auf die kommende Passage zu stärken. Hier trudelten auch kurze Zeit später ein Holländer Pärchen ein, die wir bereits mehrmals in diesen Lokalen getroffen haben ein. Aber wir hatten nie viel geredet – nun ja kann ja nix dafür das wir besser Fußball spielen. Quatsch, das war nicht der Grund. Er hatte Probleme mit seinen Walkingstöcken, ich konnte ihm mit meinem Leatherman helfen und er konnte seine Stöcke reparieren, er sagte noch zu seiner Frau, das er auch eins Kaufen wollte, aber Sie wollte wohl nicht. So was hat man eben dachte ich und es fiel mir das ich deshalb auch gut 13 Kilo Gepäck mit mit rumschleppe. (inkl. 2 Liter Wasser + 2 Dosen RedBull + kleine Flasche Wasser). Die Dosen RB waren an dem Tag die Ausnahmen und sollten zwischendurch Belohnung sein. Aber das nächste mal ist das Gepäck kleiner …
Dann trudelte noch das Augsburger Pärchen ein und Stephan, der Bänker, der keiner ist.

Auf dem Stück bergauf machte die Wade komplett zu und es war die Hölle, es ging nur in kleinen schmerzhaften Schritten voran. Aber es geht voran, nur eben langsamer. Beate wartete zwischen durch auf mich. Später am höchsten Punkt angekommen, machten wir kurz rast. Hier überholten uns das Augsburger Pärchen, sie ging auch unter Schmerzen, war aber schneller als ich. Beate sagte das wir noch ne halbe gehen und dann Mittags Pause machen, ich schickte Sie schon mal vor, damit die Schmerzen und ich das alleine ausmachen können …

Aus der geplanten halben Stunde ist gut 1 1/2 geworden, habe dann noch die Abzweigung verpasst und bin einen kleinen Umweg gelaufen. Da ich nicht wusste, ob Beate nun auf dem Stück wartet welches ich geschickterweise umlaufen habe, rief ich sie an, wo ich nun wieder auf dem Weg war … während des Telefonats rief Stephan aus dem Wald und nachdem Beate mir sagte, dass ich nur noch gut 300 Meter zu ihrem Rastplatz habe. Ich war froh nicht zurück laufen zu müssen.
Ich war jedoch so kaputt, dass ich mich noch kurz zu Stephan gesellte. Stephan ging dann die letzten 300 Meter mit mir zusammen und lieferte mich wie einen kleinen Jungen bei Beate ab. Hier war ein kleiner Rastplatz mitten im Wald kurz vor dem nächsten Abstieg, denn wer hoch läuft muss auch wieder runter. Jetzt erst mal ne halbe Stunde auf die Isomatte geschlummert, dann etwas von unserer am Vortag gekauften Salami und Babybel mit Brot aus der Tüte.

Auch hier brach Beate vor mir auf. Nun dachte ich, Lemmy was tun, ich erinnerte mich, an den Tag zuvor und dachte wenn Laufen nicht geht, dann tanze ich wieder, das klappte schon mal. Also Kopfhörer auf und aufgedreht, die ersten drei Meter waren noch nicht im Takt, aber dann. Ich dachte nicht an die Schmerzen und wippte im Takt den Berg hinunter. Das Tempo verdoppelte sich, das Beate auch bald wieder in Sichtweite war. Es muss ziemlich lustig aus gesehen haben, fast jeder Autofahrer der auf dem Strässchen mir entgegen kam grüßte oder zeigte mir den gefällt mir Daumen von Facebook. Es hat richtig Spaß gemacht, in der glühenden Sonne tanzenderweise zu laufen.

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Und hier von unten nach oben fotografiert … man war das Steil.

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Ich hatte meinen Spaß und die anderen auch … kurz vor Redondela, kehrten wir noch in ein Kaffee ein und ich erklärte Beate, dass es für mich so besser geht, Beate hatte wohl Angst das ich mich übernehme, aber ich hatte ja vorher soviel kraft gespart, wohin damit …
So ging es wieder im Takt weiter und ich hätte noch weiterlaufen können.

Kurz vor der Herberge trafen wir unser Rentner Pärchen, welches mit uns die letzten 3 Tage immer im selben Hotel übernachten haben. Da es nur eins hier gab, checkten wir im Café ein, da es keine besetzte Rezeption gibt und die es dafür übernahmen. Wir hatten hier wieder Glück, alles da und relativ neu. Sehr modern und geschmackvoll eingerichtet.

Nachdem wir uns ausgeruht und frisch gemacht hatten, schreiten wir durch die Gassen und genehmigten uns ein Alster (span. Klara), da kam Michael aus Puhlheim vorbei. Wir wussten schon von Stefan, dass er um drei Uhr aus der Herberge aufbrach, er erzählte uns von seinem frühen Aufbruch und wunderte sich, dass wir da schon von wussten, hier spricht sich alles unter den Pilgern eben schnell rum. Das ist auch irgendwie ein Phänomen und was magisches … da fällt mir noch was zu ein es war der Tag als wir oben auf dem Gipfel auf gut 430 Meter zufällig mit Himmel und Hölle pausierten, da fand Denise so einen Verschluss, den Griselde an ihrem Cowboy Hut mit einer Büroklammer mehr schlecht als recht die Hutbändchen festhielt, denn sie verlor bei Wind ihren Hut, mit dem gefundenen Verschluss war es wie es sein sollte. Der Weg gibt alles was man braucht … hierüber gibt es noch zig Beispiele die andere Pilger auch erlebten … oder es gibt einen Pilger der was hat was der andere grade nicht parat hat oder benötigt, wie ich auch heute mit meinem Leatherman …

Wir sind dann mit Michael zusammen etwas essen gegangen. Es gab lecker Fisch, wir hatten mit dem Essen bisher immer Glück gehabt.
Neben dem Lokal ist sogar eine Mapfre Agentur …

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Wir sind noch kurz in den Supermarkt, die Wasservorräte auffüllen und ab ins Bett bzw. ans iPad.

Mein Fazit für heute … wenn doch gar nichts mehr geht – irgendwie geht es doch.
Ich werde jetzt noch meine Wade etwas massieren und in Voltaren einlegen, damit sie morgen wieder zart und geschmeidig ist. Übrigens ich hatte, trotz der Schmerzen, nie den Gedanken auf zu geben. Jetzt bin ich schon so weit gekommen und ich werde in Santiago doch erwartet.

Wünsche allen eine angenehme Nacht.

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Liebe Grüße aus Redondela

… der sportverletzte Lemmy (der zur vorsichtig keinen Betreibt … LOL)

P.S. : ich glaube, ich habe diesmal nichts vergessen … Ach, es waren heute gut 19 km inkl. Umweg und Tanzschritt … Und auf Korrektur wurde nicht gelesen, es ist schon wieder so spät, aber es gibt immer soviel zu erzählen. Ich bin auch froh das ich es hier festhalte, diese Erlebnisse kann man sich gar nicht alle merken …und es würde mich freuen wenn ich hiermit jemanden ermutige das gleiche zu tun, ihr werdet es nicht bereuen. Versprochen! Ich freue mich auch über jeden Kommentar.

Die noch die Route aus der App:

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3 Gedanken zu „… Tag 9“

  1. Immer Vorwärts Stefan 🙂 – Respekt! Freuen uns jeden Tag aus neue von deinen Erlebnissen! Viele Grüße an Beate – Diana und Dietmar

  2. Ich freue mich jeden Tag auf das Lesen Deiner Berichte. Ich fühle mit Dir und freue mich so ein wenig dabei zu aein, nir ohne die Schmerzen in den Beinen „lach“
    Ich finde Du kannst echt stolz sein auf das bisher geleistete !
    Weiter so ! Das schaffst Du 🙂
    Ganz lieben Gruss, ich drück Dich,
    Deine Schwester
    Petra

  3. Hallo ihr Wandersleute ….. Schön zu lesen,das es euch beiden trotz großer Strapazen immer noch gut geht. Meine tägliche Nachtlektüre aus dem abenteuerleben des Stefan und Beate beschließe ich mit der Frage : wann steht der Ironman an??? Gruß Helko

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